29.10.14

Aktuelle Stahlpreise pro Tonne (1.000 kg) vom 29.10.14


An der Warenterminbörse in Chicago (CME) sinkt der Stahlpreis für Warmband (Hot-Rolled Coil, HRC) auf 635 US-Dollar (498 Euro) pro Tonne. Das ist der niedrigste Stand seit sieben Monaten. Die Stahlnotierungen an der Londoner Metallbörse (LME) lassen sich von den schlechten Vorgaben aus den USA nicht beeindrucken. Rohstahlblöcke (Steel Billet) sind mit 455 Dollar (357 Euro) so teuer wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr.

Die Konjunktur in den Vereinigten Staaten läuft im Vergleich zu Europa zwar recht rund, doch gibt es erste Anzeichen einer Wachstumsflaute. In den letzten Wochen häuften sich unter den Erwartungen liegenden Konjunkturdaten aus dem produzierenden Gewerbe. Der vorläufige Tiefpunkt waren die gestern veröffentlichten Auftragsdaten für langlebige Industriegüter, die von Volkswirten aufgrund ihres in die Zukunft weisenden Charakters (Frühindikator) mit Argusaugen beobachtet werden.

Der US-Aufschwung wird in erster Linie durch den Konsum getragen, wie der jüngste Anstieg des Verbrauchervertrauens um 5,5 Punkte auf 94,5 Zähler zeigt. Darüber hinaus dürfte der Häusermarkt eine tragende Säule spielen. Die U.S. Federal Housing Finance Agency gab Pläne bekannt, wonach der Anteil die erforderliche Eigenmittel für die Aufnahme einer Hypothek von 5 Prozent auf 3 Prozent gesenkt werde.

Damit steigen die Chancen für weitere Zunahme der Stahlpreise für US-Baustahl, die sich den Preismeldungen von The Steel Index zufolge in den vergangenen vier Wochen um 10 Dollar auf 641 Dollar pro Tonne verteuerten.

Die Stahlpreise in Europa treten auf der Stelle. Nordeuropäische Warmband kostet gemäß Steel First zwischen 420-430 Euro pro Tonne ab Werk. In Südeuropa liegt die Preisspanne für Hot-Rolled Coil bei 415-430 Euro. Der Ausblick wird von einer pessimistischen Wachstumsprognose des deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) gedämpft. Demnach werde die größte Volkswirtschaft Europas 2015 lediglich um 0,8 Prozent wachsen.