06.11.14

Die Stahlpreisentwicklung ist an einem Wendepunkt

Weil die Auftragseingänge in der US-Industrie gefallen sind, geraten die Stahlpreise noch einmal unter Druck. Der an der Warenterminbörse in Chicago gehandelte Stahlkontrakt für Warmband (Hot-Rolled Coil) gibt nach. Mit 632 Dollar (506 Euro) pro Tonne ist Warmband aktuell so günstig wie seit dem Frühjahr 2014 nicht mehr.

Die Auftragseingänge in der Industrie sanken im September um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat, teilte die US-Statistikbehörde am Dienstag in Washington mit. Im August hatte es bereits ein Minus von 10,0 Prozent gegeben. Jedoch war dieser deutliche Rückgang auf saisonale Effekte zurückzuführen und fällt damit weniger stark ins Gewicht.


Der Stahlpreis pro Tonne (1.000 kg) für Warmband kletterte in der zweiten Jahreshälfte 2013 von 632 Dollar auf 670 Dollar. Die Stahlpreisentwicklung 2014 setzte die Aufwärtsbewegung zunächst fort. Bis Ende Mai 2014 stieg Hot-Rolled Coil auf 685 Dollar. Es folgte die bis heute andauernde Talfahrt auf 632 Dollar.

In den kommenden Monaten müssten die Stahlpreise wieder steigen, sagen Marktbeobachter. Dies liege zum einem an der guten Stimmung im produzierenden Gewerbe der USA. Der ISM-Einkaufsmanagerindex kletterte zuletzt auf 59,0 Punkte. Er liegt damit um satte 9,0 Punkte über der Wachstumsschwelle. Die Zuversicht der Unternehmen sollte eine merkliche Aufstockung der Stahl-Lagerbestände zur Folge haben.

Darüber hinaus dürfte es irgendwann zu einem Ende der fallenden Preisentwicklung für Eisenerz kommen. Der zentrale Rohstoff für die Stahlproduktion hat dieses Jahr bereits um 44 Prozent nachgegeben. Aktuell liegt der Referenzpreis im chinesischen Hafen Tianjin bei 76 Dollar je Tonne auf einem Fünfjahrestief.