12.12.14

Stahlkonjuntur in Westeuropa nimmt 2015 Fahrt auf

2015 wird nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch ein gutes Jahr für die westeuropäische Stahlindustrie. Weil die Stahlpreise in den vergangenen Jahren um mehr als 100 Euro pro Tonne gesunkenen sind, dürften die Nachfrage aus der stahlverarbeitenden Industrie anziehen.

Das für die Tendenz der Stahlpreise oft heran gezogenene Warmband (Hot-Rolled Coil, HRC) kostet gemäß einer aktuellen Preismeldung 409 Euro pro Tonne (1.000 kg). Damit ist warm gewalzter Stahl zwar um 2 Euro teurer als in der Vorwoche. Im Vergleich zum Herbst 2010 ist es allerdings sehr günstig. Seinerzeit kostete es 517 Euro.

Um 2,5 bis 3 Prozent werde 2015 die Stahlnachfrage steigen, prognostiziert Fitch. Das dürfte die Aktienkurse von europäischen Stahlunternehmen wie ArcelorMittal, ThyssenKrupp und Salzgitter weiter anschieben. Allerdings gibt es auch einen kleinen Wehrmutstropfen.

Die Stahlexperten von Fitch erwarten auch einen Anstieg der Stahlimporte nach Europa. Chinas Überkapazitäten, die 2015 auf dem Stahlmarkt allgegenwärtig bleiben, dürften damit weiterhin auf den europäischen Markt umgelenkt werden.

Weil sie preislich keine Chance haben mit dem billigen Importstahl zu konkurrieren, gehen moderne Stahlunternehmen mit Zusatzleistungen auf Kundenfang. Sie nehmen ihren Kunden das Lagergeschäft ab, bieten individuelle Zahlungsmöglichkeiten an und bauen persönliche Geschäftsbeziehung auf.

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