27.02.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im Februar 2015 - Update 8

Der Stahlpreis für nordeuropäisches Warmband (Hot-Rolled Coil) kletterte gemäß The Steel Index in den ersten zwei Monaten des Jahres von 405 Euro auf 410 Euro pro Tonne. In Südeuropa verteuerte sich warm gewalzter Stahl von 389 Euro auf 403 Euro. Die Grobblechpreise stiegen um 7 Euro auf 509 Euro im Norden und um 20 Euro auf 480 Euro im Süden.

Zum Thema: Diagramme Stahlpreisentwicklung

Westeuropäische Stahlproduzenten von Flachstahl sagen, sie hätten gut gefüllte Auftragsbücher. Dies sei auch dem Umstand geschuldet, dass ihnen der weiche Euro einen Vorteil bei Exporten verschaffe, die in US-Dollar abgerechnet werden, berichtet die Metallberatungsgesellschaft MEPS.

Trotz der guten Auftragslage seien die europäischen Stahlproduzenten im ersten Quartal 2015 nicht besonders hartnäckig darin gewesen, ihre anvisierten Erhöhungen der Stahlpreise von 30-40 Euro pro Tonne durchzusetzen. Bei MEPS geht man davon aus, dass sie versuchen werden Preiserhöhungen durchzusetzen, wenn sie mit ihren Kunden die Aufträge für das zweite Quartal diskutieren.

Die Finanzmärkte haben mit dem Ökonomen Nouriel Roubini (Dr. Doom) seit Jahren ihren eigenen Untergangsdoktor, der fast alles schlecht redet. Die Stahlbranche hat nun nachgezogen. Der Chef des Weltstahlverbandes worldsteel und Konzernlenker von Voestalpine, Wolfgang Eder, macht Untergangsprognosen.

"Wir müssen uns in Europa in den nächsten 20 Jahren wohl von etwa zwei Dritteln der Kapazitäten verabschieden", sagte Eder im Gespräch mit dem Handelsblatt. Europas Stahlindustrie falle im Technologiewettbewerb zurück. Die Führung verlagere sich nach Japan, Südkorea und auch China.