06.08.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im August 2015 - Update 2

Der zentrale Rohstoff für die Stahlproduktion steigt binnen weniger Wochen um 27 Prozent. Der Eisenerzpreis mit einem Gehalt von 62 Prozent klettert auf 56,78 Dollar pro Tonne, meldet das Fachportal "Metal Bulletin". Noch am 8. Juli 2015 stand der Eisenerzpreis auf einem Rekordtief bei 44,59 Dollar. Die sich nach oben bewegende Eisenerzpreisentwicklung ist ein Indiz dafür, dass die europäischen Stahlpreise in den kommenden Wochen steigen könnten.

Denn die Wirtschaftslage im Euroraum ist momentan so gut wie seit vier Jahren nicht mehr, meldet das Münchner Ifo-Institut. "Die Bewertungen zur aktuellen Wirtschaftslage verbesserten sich überall mit Ausnahme von Deutschland, Finnland und Litauen. In Deutschland sind sie aber ohnehin schon günstig", sagt der scheidende Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Konjunkturoptimisten gehen davon aus, dass als nächstes die Erwartungen, die auf das Niveau von Jahresbeginn sanken, wieder steigen dürften.

Die Auftragseingänge in der deutschen Industrie kletterten im Juni um 2,0 Prozent gegenüber dem Vormonat. "Das Volumen von Großaufträgen fiel überdurchschnittlich aus. Die Bestellungen von Investitionsgütern nahmen um 3,7 % zu, während die Auftragseingänge für Vorleistungs- und Konsumgüter um 0,4 % bzw. 0,6 % zurückgingen. Die Aufträge aus dem Ausland expandierten um 4,8 %, insbesondere aus dem Nicht-Euroraum kamen kräftige Impulse (+6,3 %)", erläutert das Bundeswirtschaftsministerium.

Der sich auf die Produktion von qualitativ hochwertigem Stahl spezialisierte Stahlkonzern Voestalpine profitiert von der Automobilindustrie. Positiv stimmen den österreichischen Konzern vor allem die höheren Zulassungszahlen bei Klein- und Mittelklassewagen in Europa. Für die Automobilindustrie produziert Voestalpine unter anderen Bleche für Karosserieteile. Der Ertragskraft der Österreicher bereitet der seit November 2014 von 525 Euro auf 456 Euro pro Tonne gefallene Grobblechpreis offenbar keine Probleme.