27.10.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im Oktober 2015 - Deutschland II

Auf dem deutschen Stahlmarkt hat sich sich die Stimmung im Oktober eingetrübt. Die Geschäfte liefen seit dem Ende der Sommers nicht so gut wie erwartet, berichtet die Metallberatungsgesellschaft MEPS. Die Verkaufsmengen lägen unter denen vom Juni. Die Lagerbestände der Stahl Service-Zentren seien hoch. Das Ergebnis sei ein verstärkter Lagerabbau, der dazu beitrage, dass die Stahlpreise vorerst keine Chance auf eine Erholung hätten.

Zwar hat sich die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen ein wenig verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft sinkt im Oktober um 0,3 Punkte auf 108,2 Punkte. "Der Optimismus mit Blick auf die künftigen Geschäfte nahm jedoch weiter zu", sagt der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. "Die deutsche Konjunktur zeigt sich erstaunlich widerstandsfähig gegenüber den vielfältigen Herausforderungen des Herbstes. So ist die Automobilindustrie vom VW-Skandal unbeeindruckt", so Sinn.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das produzierende Gewerbe in Deutschland signalisiert eine Expansionsphase mit angezogener Handbremse. Der Index lag im Oktober mit 51,6 Punkten über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern, wie das Markit-Institut mitteilt. Im September 2015 war die Stimmung unter den Einkaufs-Chefs in den Unternehmen mit 52,3 Punkten jedoch etwas besser.

"Die konjunkturelle Grundtendenz ist nach wie vor recht kräftig", heißt es in dem aktuellen Monatsbericht der Deutschen Bundesbank. Die positiven Impulse kämen vor allem von den Konsumenten. Denn die deutsche Industrie käme nicht so recht in Schwung. Das gleiche gelte für die stahlintensive Baukonjunktur, heißt es in dem Bericht. Zwar hätten sich zuvor geweckte Erwartungen einer Belebung der Industriekonjunktur nicht erfüllt. Es sei aber auch nicht von einer Verschlechterung auszugehen.