02.11.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im November 2015

Die Kluft zwischen den Verkaufspreisen für Flachtstahlerzeugnisse in Nordeuropa und Südeuropa sei gewaltig. Die Situation sei nicht tragbar, streicht die Metallberatungesellschaft MEPS in einem aktuellen Bericht über die Lage auf dem Stahlmarkt heraus. Der Stahlpreis für warm gewalzten Stahl lag in Nordeuropa zuletzt bei 343 Euro pro Tonne und in Südeuropa unter 300 Euro.

Auf dem europäischen Stahlmarkt sind die Preise wegen günstigem Importstahl und niedrigen Rohstoffpreisen am sinken. Der Eisenerzpreis fiel zuletzt unter 50 Dollar pro Tonne. Der Stahlhandel werde von schwächen Umsätzen geprägt. Die Einkäufer hielten sich zurück, weil sie glaubten, dass weitere Rückgänge der Stahlpreise für Flachstahlerzeugnisse unvermeidlich seien, heißt es in dem Bericht.

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Die globalen Stahlpreise lagen im Oktober 2015 um 26% tiefer als im Oktober 2014, meldet MEPS ferner. In den USA seien die Stahlpreise für Flachstahlerzeugnisse so niedrig wie zu Zeiten der letzten Rezession im Jahr 2009. Wie in Europa hielten sich auch in den Vereinigten Staaten die Einkäufer zurück, weil sie davon ausgingen, dass sich der negative Preistrend fortsetze.

An der Warenterminbörse in Chicago sinkt der Kontrakt für warm gewalzten Stahl auf ein Rekordtief bei 397 Dollar (361 Euro) pro Tonne. An der Londoner Metallbörse (LME) gehandeltes Halbzeug aus Stahl (Steel Billet) tritt bei 170 Dollar (155 Euro) auf der Stelle. Die letzte Preisänderung gab es in der ersten Oktoberwoche, als sich der Preis für Steel Billet um 25 Dollar pro Tonne erhöhte.

Der LME-Stahlpreis gilt als schlechter Indikator, um Rückschlüsse über die Lage auf dem Stahlmarkt zu erhalten. Der Handel war in den letzten Jahren nicht besonders ausgeprägt, weil Stahlproduzenten an den Kontrakten kein Interesse hatten. Die LME hofft darauf, dass sich dies mit den neuen Kontrakten ändert. In Kürze führt die LME einen Future für Stahlschrott und einen für Baustahl ein.