09.11.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im November - Deutschland II

"Der Stahlmarkt ist völlig aus dem Lot geraten." Das sagt der Chef von Klöckner & Co., Gisbert Rühl. Der nicht enden wollende Verfall der Stahlpreise führt dazu, dass der Duisburger Stahlhändler in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres einen Verlust von 85 Millionen Euro angehäuft hat. Die Klöckner-Aktie notierte zuletzt bei 8,05 Euro. Trotz der schlechten Zahlen machen die Papiere keine Anstalten auf das September-Tief bei 7,03 Euro abzustürzen. Dies könnte laut Börsianern ein Indiz dafür sein, dass alles Negative im Aktienkurs eingepreist ist und es von nun an nach oben gehe.

Aufgrund des Rückgangs der Metallpreise muss der deutsche Stahlkonzern Salzgitter seine Jahresprognose zusammen streichen. Für das Gesamtjahr peile man einen Gewinn vor Steuern im unteren zweistelligen Millionenbereich an, nachdem man zuvor einen Vorsteuergewinn im Bereich von ca. 25 Millionen bis 50 Millionen Euro angestrebt hatte. Die Salzgitter-Aktie fiel nach der Gewinnwarnung auf 25,88 Euro, nachdem sie am 4. November 2015 bis zu 27,22 Euro gekostet hatte

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe in Deutschland lag im September 2015 um 1,1% tiefer als im Vormonat. Die stahlintensive Industrieproduktion sank um 1,4%, während die Bauleistung um 0,9% nachgab. Im 3. Quartal ging die Gesamtproduktion um 0,3% zurück. Zwar konnte das Baugewerbe seine Erzeugung um 0,7% ausweiten. Allerdings sank die Industrieproduktion um 0,5%.

"Nach der guten Entwicklung im ersten Halbjahr spürt die deutsche Industrie aktuell den leichten Gegenwind der Weltkonjunktur, insbesondere durch die Wachstumsverlangsamung in einigen größeren Schwellenländern", kommentiert das Bundeswirtschaftsministerium. Die Produktion sei im Sommerquartal wegen geringen Auftragseingängen etwas zurückgegangen. Das Geschäftsklima in der Industrie sei aber nach wie vor gut und spreche für eine zeitlich begrenzte Durststrecke, meint das Ministerium.