12.08.16

Kommt der Stahlpreis-Anstieg für ThyssenKrupp zu spät?

"Ich würde nicht sagen, dass es mit den Stahlpreisen weiter nach oben geht", erklärt der Finanzchef von ThyssenKrupp, Guido Kerkhoff, laut einer Reuters-Agenturmeldung. Sein Chef, Heinrich Hiesinger, klingt vorsichtig optimistisch. Er meint: "Wir verzeichnen jetzt erste Verbesserungen bei den Roh- und Werkstoffpreisen. Dies wird sich günstig auf die weitere Ergebnisentwicklung auswirken."

Der operative Gewinn der europäischen Stahlsparte von ThyssenKrupp sank zwischen April und Juni 2016 auf 91 Millionen Euro - nach 166 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Deutschlands größter Stahlkonzern erwartet, dass der deutliche Anstieg der Stahlpreise erst in den kommenden Monaten seine Bilanzzahlen aufpolieren werde. Die Verzögerung dauere bis zu sechs Monate, heißt es.

Zum Thema: Stahlpreise Warmband per 8. August 2016

Die deutsche Wirtschaft erreichte im 2. Quartal 2016 ein Wachstum von 0,4%, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Das waren 0,2% mehr als Volkswirte erwartet hatten. Nullwachstum gab es hingegen in Frankreich und Italien. Die Wirtschaft in der Eurozone konnte ihren Output um 0,3% erhöhen - nach 0,6% im 1. Quartal 2016.

Laut Konjunkturexperten wird sich das Wachstum in der Eurozone und in Deutschland in der zweiten Jahreshälfte abschwächen. Vor allem eine in Deutschland grassierende Investitionsschwäche dürfte ThyssenKrupp vor große Herausforderungen stellen. Das "Handelsblatt" berichtet, dass das Warmwalzwerk in Bochum als gefährdet gelte, weil es im Konzernvergleich zu hohe Kosten habe.