16.08.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Dienstag, 16. August 2016

Die Stahlproduzenten aus der zweiten Reihe glänzen mit guten Zahlen. "Wir können mit Zuversicht nach vorne blicken", sagt Salzgitter-Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann. Die Anti-Dumping-Initiativen der EU zeigten erste positive Wirkung. Der Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach ist nach drei verlustreichen Quartalen wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Von einer Trendwende wollen beide Unternehmen aber noch nicht sprechen.

Europas Stahlindustrie könnte sich nun berappeln. China, der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt, hat seine tägliche Rohstahlproduktion im Juli von 2,32 Millionen Tonnen auf 2,15 Millionen Tonnen nach unten geschraubt. Hinzu kommt, dass die chinesischen Stahlpreise in den letzen Wochen schneller stiegen als die europäischen Stahlpreise, was die Flutung des EU-Marktes mit Importstahl weiter lindern dürfte.

Die Konjunkturerwartungen für Deutschland hellen sich im August ein wenig auf, die für die Eurozone hellen sich hingegen deutlich auf, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilt. "Nach wie vor erschweren vor allem politische Risiken innerhalb und außerhalb der Europäischen Union einen optimistischeren Konjunkturausblick für Deutschland", kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach.

Der Eisenerzpreis sinkt knapp unter 60 US-Dollar je Tonne, nachdem er in der letzten Woche ein 3-Monatshoch bei 61,40 Dollar erreichte. Börsengehandelte Stahlkontrakte treten auf der Stelle. Die aktuellen Stahlpreise: LME-Stahlschrott 228 Dollar, LME-Betonstahl 387 Dollar, US-Warmband 595 Dollar.

Der Euro-Wechselkurs ist derzeit mit 1,13 US-Dollar auf dem höchsten Stand seit drei Monaten. Bei einem zu steilen Anstieg des Euros dürfte sich der Geschäftsausblick für europäische Stahlunternehmen wieder etwas eintrüben, weil dadurch die Wirkung der EU-Strafzölle untergraben werden würde.