22.08.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Montag, 22. August 2016

Salzgitter und ThyssenKrupp seien in Gesprächen über einen Zusammenschluss, meldet der Informationsdienst Platts. Die Bundesregierung, die sich einen starken deutschen Stahlproduzenten wünsche, hätte das Ganze angestoßen, will Platts erfahren haben. Der Bericht stimme nicht und entbehre jeder Grundlage, teilt die Salzgitter-Konzernleitung daraufhin mit. ThyssenKrupp dementiert hingegen nicht.

"Viele Stahlproduzenten sind in einer Notlage, einige am Rande der Insolvenz", heißt es in einer Analyse der Unternehmensberater von Ernst & Young. Die Schulden der 30 größten Stahlfirmen der Welt habe mit 150 Milliarden US-Dollar (133 Milliarden Euro) einen Rekord erreicht. ThyssenKrupp lag mit seinen Verbindlichkeiten Ende Juni 2016 bei 4,77 Milliarden Euro. Das waren knapp 400 Millionen Euro mehr als vor Jahresfrist.

Stahlschrottpreise steigen

Die Stahlpreise für Stahlschrott auf dem deutschen Markt sind zuletzt gestiegen. "Die Nachfrage der hiesigen Werke war überraschend stark bei einem vergleichweise knappen Schrottaufkommen. Insbesondere Altschrott soll nicht im gewünschten Maß verfügbar gewesen sein", schreibt die Redaktion von "EUWID Recycling und Entsorgung".

Folglich sollten die in den nächsten Tagen von der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) zu veröffentlichten Lagerverkaufspreise für Stahlaltschrott und Stahlneuschrott (Sorte 2/8) im August gestiegen sein. Es wäre die erste Erhöhung seit drei Monaten.

"Damit können wir angesichts der schwierigen Umstände in vielen Regionen der Welt durchaus zufrieden sein", kommentiert Olaf Wortmann vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) einen leichten Exportrückgang der Maschinenbauer. In der ersten Jahreshälfte 2016 lagen die Maschinenexporte bei 76,7 Milliarden Euro. Das waren 0,9 Milliarden bzw. 1,1% weniger als im ersten Halbjahr 2015.