22.09.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Donnerstag, 22. September 2016

Stahlkontrakte auf Mehrmonatstiefs
An der Londoner Metallbörse (LME) sinkt der Betonstahlpreis um 2 US-Dollar auf 370 Dollar (333 Euro) je Tonne. Der seit knapp einem Jahr an der LME gehandelte Betonstahlkontrakt erreicht damit den tiefsten Stand seit Ende März 2016. Der US-Warmbandkontrakt fällt um 3 Dollar auf 542 Dollar (484 Euro) je Short Tonne (907,185 kg) und befindet sich damit auf einem 5-Monatstief.

Hersteller machen gute Geschäfte
Gute Nachrichten die Stahlkonjunktur kommen aus dem produzierenden Gewerbe. Auf dem europäischen Nutzfahrzeugmarkt wurden im August 2016 um 31,8% mehr Lkw verkauft als im August 2015, teilt der Branchenverband ACEA mit. Italien und Deutschland stachen mit Zuwachsraten von 105,9% (Italien) bzw. 42,6% (Deutschland) heraus. Auch in Frankreich läuft es besser. Hier hellt sich die Stimmung im produzierenden Gewerbe überraschend auf, wie eine von der französischen Statistikbehörde durchgeführte Umfrage unter Konzernlenkern zeigt.

EU senkt, China erhöht Stahlausstoß
Auf dem EU-Stahlmarkt wurden im August 11,97 Millionen Tonnen Rohstahl produziert, meldet der Weltstahlverband Worldsteel. Das waren 1,4% weniger gegenüber dem Vorjahresmonat. Die US-Stahlwerke senkten ihre Stahlausstoß sogar um 3,4%. In China, das die Hälfte des weltweiten Stahlaufkommens produziert, gab es hingegen einen Anstieg um 3% auf 68,57 Millionen Tonnen.

Schutz vor Billigstahl
In Anbetracht der nicht abnehmenden Stahlschwemme Chinas spricht die deutsche Stahlindustrie im Kanzleramt vor. Es geht um Schutzmaßnahmen, wie der Abschaffung der Regel des niedrigeren Zolls, für deren Wegfall sich zuletzt EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker einsetzte. "Der Schutz muss schnell und wirksam sein, wir brauchen dringend Handelsschutz", fordert der Chef der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Dow Jones.