16.09.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Freitag, 16. September 2016

Thyssenkrupp und Tata Steel: Nun doch?
Macht sich Tata Steel gerade für eine Hochzeit mit Thyssenkrupp hübsch? Der europäische Stahlarm des indischen Konzerns konnte seine Gewinnmarge per Tonne zuletzt deutlich steigern, meldet die Research-Firma Emkay. Hintergrund der verbesserten Wettbewerbsposition seien Kostensenkungen und ein Anstieg der Stahlpreise. Aus der Sicht einen zukünftigen Partners sind die Risiken aufgrund von hohen Pensionsverpflichtungen und eines nicht minder hohen Schuldenberges aber immer noch ziemlich groß.

US-Stahlmarkt mit Problemen
In den USA sinkt der Stahlpreis für Warmband (Hot-Rolled Coil) auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten. Der Warmbandkontrakt notiert aktuell bei 545 US-Dollar je Short Ton (907,185 kg). Die Stahlpreisentwicklung reagiert damit auch auf die sinkende US-Industrieproduktion. Sie war im August um 0,4% gefallen, und damit deutlich stärker als von Volkswirten erwartet, wie die US-Notenbank (Fed) am Donnerstagnachmittag mitteilte. Ferner könnte ein sinkender Stahlpreis beim Benchmark-Produkt Warmband darauf zurückzuführen sein, dass US-Stahlimporteure die hohen Strafzölle zunehmend umgehen, indem sie auf Stahlprodukte ausweichen, auf die bisher keine Anti-Dumping-Maßnahmen verhängt wurden.

Eisenerzpreis bald wieder unter $50?
Der Eisenerzpreis könnte gemäß dem Chefanalyst Ric Spooner von CMC Markets in Sydney unter 50 US-Dollar fallen. Im 4. Quartal 2016 werde sich das Angebot von Eisenerz wieder erhöhen, so Spooner. Eisenerz kostet aktuell 56 US-Dollar (50 Euro) je Tonne. Es hat seit Ende August 2016, als es bei 62 Dollar (55 Euro) stand, bereits 10% eingebüßt. Weniger als 50 Dollar hatte Eisenerz zuletzt in der ersten Julihälfte gekostet.

Kupfer und die Weltkonjunktur
Der Kupferpreis nähert sich der 5000-Dollar-Marke. Kupfer hat sich in dieser Woche um 150 Dollar auf 4.726 Dollar je Tonne verteuert. Wird das bei industriellen Fertigungsprozessen und im Baugewerbe häufig verarbeitete Kupfer teurer, gilt das als ein gutes Zeichen für die Weltwirtschaft. Konjunkturexperten schauen auch auf den Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Weltwirtschaft, der die Lage in den Industriestaaten und den Schwellenländern beschreibt. Der von der Beratungsfirma IHS Markit und der Bank JPMorgan erhobene Global-PMI-Index war in August 2016 zum dritten Mal in Folge gestiegen.