28.09.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 28. September 2016

Deutsche Industrie: Wachstum mit angezogener Handbremse
Die Stimmung in den Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes sei zuversichtlich und habe sich jüngst sogar weiter aufgehellt, sagt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Industrie wird nach Einschätzung der Forscher zwischen Oktober und Dezember 2016 wieder auf einen Aufwärtstrend einschwenken. Dieser sollte aber wegen einer verhaltenen Entwicklung des Auftragseingangs nicht so steil sein wie zu Jahresbeginn. Für die Gesamtwirtschaft rechnet das DIW im 3. Quartal mit einem Wachstum von 0,3% - nach 0,4% im 2. Quartal und 0,7% im 1. Quartal.

Stahlpreise weit weg von Jahreshochs
Der Stahlpreis für warmgewalzten US-Stahl gibt wie im August und Juli auch im September zum Monatsende wieder nach. Der Warmbandkontrakt sink von 542 US-Dollar auf 502 Dollar je Short Tonne (907,185 kg). Daraus ergibt sich ein Warmbandpreis von 553 Dollar bzw. 494 Euro je metrischer Tonne (1.000 kg). Im Juni 2016 waren es noch 692 Dollar bzw. 613 Euro. An der Londoner Metallbörse (LME) kann der Betonstahlkontrakt leicht von 370 Dollar (330 Euro) auf 372 Dollar (332 Euro) zulegen. Dieser Stahlkontrakt hatte bereits im Mai mit 508 Dollar (438 Euro) seinen Höchststand erreicht.

Eisenerz-Prognose: Neues Gleichgewicht braucht Zeit
Die Eisenerzpreisentwicklung hat nach Einschätzung der Rohstoffexperten der Citigroup zwei weitere zähe Jahr vor sich, bevor sich der massive Angebotsüberhang abbaut. Im Jahr 2018 dürften noch 56 Millionen Tonnen mehr Eisenerz abgebaut werden als benötigt. 2019 würden es dann voraussichtlich nur noch 8 Millionen Tonnen sein, heißt es in einem Ausblick der Citigroup, der der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegt. Eisenerz kostet aktuell 56 US-Dollar je Tonne. Im April 2016 kletterte der Eisenerzpreis kurz auf 70 Dollar, im November 2015 tauchte er auf 38 Dollar ab.