25.10.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Dienstag, 25. Oktober 2016

Deutsche Wirtschaft erhöht Schlagzahl
In dem für die Stahlindustrie so wichtigen Verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe ist die Stimmung so gut wie seit Jahren nicht mehr. Der Ifo-Geschäftsklimaindex klettert auf den höchsten Stand seit Februar 2014. "Insbesondere Investitionsgüter sind gefragt. Die Kapazitätsauslastung in der Industrie stieg um 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal auf 85,7 Prozent", meldet das Ifo-Institut. Die ca. 7.000 befragten Firmenchefs beurteilen Geschäftslage und Geschäftsaussichten schon fast euphorisch.

Neuer Wachstumsschub über die Exportschiene
"Das Bauhauptgewerbe eilt weiterhin von Rekord zu Rekord. Der Aufschwung in Deutschland gewinnt an Fahrt", sagt Ifo-Präsident Clemens Fuest. Auch aus dem Ausland kann die deutsche Wirtschaft mit neuen Aufträgen rechnen. In Ländern wie Indonesien, Philippinen und Indien investieren die Regierungen hohe Summe in die Infrastruktur. Dafür brauchen sie Maschinen und Know-how "Made in Germany". Ein Beispiel: Die Deutsche Bahn steigt in das Indien-Geschäft, wo ihre Tochter Schenker schon seit langem tätig ist, ein. Der DB-Konzern hat den Zuschlag für die Planung eines Schienenneubauprojekts erhalten.

Trendwende am Metallmarkt? Ein Pro und Contra
Ein Indiz für die steigenden Infrastrukturausgaben in Asien ist der Eisenerzpreis. Er klettert mit 58,70 US-Dollar (53,85 Euro) je Tonne auf den höchsten Stand seit sieben Wochen. Gemäß der Entwicklung des Kupferpreises dürfte es hingegen noch eine Weile dauern, bis die Nachfrage nach dem Industriemetall das Angebot übersteigt. Kupfer sank in den letzen zwei Wochen um knapp 200 Dollar auf 4.620 Dollar (4.239 Euro). Infolge fiel der Kupferschrottpreis (Millberry) von 3,87 Euro auf 3,81 Euro je Kilogramm (kg). Der Ankaufspreis von Schrotthändlern für gemischten Kupferschrott (Raff) sank im Mittel von 3,51 Euro auf 3,48 Euro/kg.

Mehr Inflation = höhere Stahlpreise
Dass die Stahlkonzerne ein großes Interesse an höheren Rohstoffpreisen haben, zeigen aktuelle Aussagen von Voestalpine-Chef Wolfgang Eder. Im Falle höherer Preise bei Rohstoffen und vor allem beim Rohöl könnte man bei den Kunden seine Preisvorstellungen leichter durchsetzen, sagte Eder laut "Industriemagazin" auf der Gewinn-Messe in Wien. Dabei dürfte der Chef des österreichischen Stahl- und Industriekonzerns nicht nur auf eine höhere Stahlnachfrage aus dem Pipeline-Geschäft schielen, die mit einem Anstieg des Ölpreises auf 70-100 Dollar zwangsläufig einherginge. Wird alles teurer und sollte sich die Inflation beschleunigen, werden auch die Stahlpreise weiter steigen.