14.10.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Freitag, 14. Oktober 2016

Warmbandnachfrage aus Automobilindustrie am steigen
Die Stahlnachfrage aus der Automobilindustrie ist ungebrochen. Im September 2016 kamen in der EU 1,455 Millionen neue Autos auf die Straßen. Das waren 7,2% mehr als im September 2015, wie der europäische Branchenverband ACEA mitteilt. In Deutschland deuten überdurchschnittliche hohe Zulassungszahlen (+9,4%) auf eine rege Nachfrage nach dem zur Pkw-Fertigung verwendeten Warmbandstahl hin. Noch besser lief es auf dem zweitgrößten Stahlmarkt der EU. In Italien stiegen die Neuzulassungen um 17,4%. Frankreich und Großbritannien lagen mit 2,5% und 1,6% abgeschlagen hinten.

Maschinenexporte sinken
Die Entwicklung der EU-Ausfuhren von Maschinen und Fahrzeugen in Länder wie China und die USA trägt der schwachen Weltkonjunktur Rechnung. Zwischen Januar und August 2016 verkauften die Produzenten an Drittstaaten Güter mit hohem metallischen Anteil im Wert von 480,9 Milliarden Euro, meldet das europäische Statistikamt Eurostat. Das waren 3% weniger gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Weltwirtschaft wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) im laufenden Jahr lediglich um 3,1% wachsen. Im nächsten Jahr soll es dann mit 3,4% etwas besser werden.

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US-Warmbandpreis hangelt sich nach unten
Der US-Warmbandpreis geht immer weiter in die Knie. Gemäß dem Datenlieferant S&P Global Platts lag Warmband zuletzt bei 490-500 US-Dollar je Short Tonne (491-501 Euro je Tonne) - nach 490-510 Dollar zur Wochenmitte. Es dürfte weiter bergab gehen, weil laut Stahl-Service-Center bereits Transaktionen ab 460 Dollar stattfinden. Demnach könnte es sich bei dem leichten Anstieg des US-Warmbankontraktes der letzten Tage von 487 Dollar auf 491 Dollar um ein Strohfeuer handeln. Es droht ein Rückfall auf die Tiefstände vom April 2016 unter 480 Dollar.