21.10.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Freitag, 21. Oktober 2016

Stahlpreise und Metallpreise
Der Eisenerzpreis steigt mit 58,40 US-Dollar (53,58 Euro) je Tonne auf den höchsten Stand seit sechs Wochen. An der Londoner Metallbörse (LME) können die Stahlpreise daraufhin leicht zulegen. Der Stahlschrottkontrakt erhöht sich um 2 Dollar auf 220 Dollar (200 Euro), der Betonstahlkontrakt um 1 Dollar auf 371 Dollar (337 Euro). Der Kupferpreis in Euro legt um 30 Euro auf 4.250 Euro je Tonne zu, was dem Kupferschrottpreis (Millberry) hilft um 3 Cents auf 3,80 Euro je Kilogramm zu klettern.

Folgen des weichen Euro für Stahl- und Schrottmarkt
Ein immer tiefer sinkender Euro-Wechselkurs sollte sich positiv auf die Gewinnsituation von Stahlproduzenten wie ThyssenKrupp und Salzgitter auswirken. War 1 Euro im September 2016 noch 1,13 US-Dollar wert, sind es aktuell nur noch 1,09 Dollar. Durch die Abschwächung des Euros um 4% verteuert sich Importstahl auf dem EU-Stahlmarkt. Auf dem Schrottmarkt können sich die Preise für Nickel, Kupfer und Zink (in Euro je kg) behaupten, obwohl die entsprechenden Weltmarktpreise in Dollar sinken.

Strafzölle auf Stahl im US-Präsidentschaftswahlkampf
Hillary Clinton hat in der letzten der drei Präsidentschaftsdebatten die Bedeutung von Strafzöllen auf Stahl unterstrichen. Sie hielt ihrem Kontrahenten Donald Trump vor, für die Konstruktion seiner Hotels billigen Stahl und Aluminium aus China importiert zu haben. Die USA haben bereits Strafzölle von mehreren Hunderten Prozent auf Importstahl eingeführt. Der Nutzen ist umstritten. US-Warmband verteuerte sich seit Jahresbeginn um 38%. In Europa, wo die Strafzölle deutlich niedriger liegen, stieg der Warmbandpreis hingegen um 40%.

China erhöht Stahlproduktion
Die weltweite Rohstahlproduktion lag im September 2016 um 2,0% höher als im September 2015. Insgesamt wurden 132,91 Millionen Rohstahl erzeugt, wie der Weltstahlverband Worldsteel mitteilt. Die Hälfte davon ging auf das Konto Chinas, das im Lichte einer Wachstumsbeschleunigung auf 6,7% den Stahlausstoß um 3,9% ausweitete. Die Kapazitätsauslastung der Stahlhütten erhöhte sich weltweit um 1,5% auf 70%. In Deutschland lag die Auslastung bei etwa 80%.