03.10.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Montag, 3. Oktober 2016

Deutschlands Industrie in Partylaune
Das Wachstum in dem für die Stahlproduzenten so wichtigen Verarbeitenden Gewerbe hat sich im September beschleunigt. Deutsche Unternehmen verbuchten das kräftigste Auftragsplus seit zwei Jahren. Die hohe Nachfrage für Erzeugnisse "Made in Germany" kam aus den USA und Asien. "Der stärkste Anstieg der Auftragsbestände seit Februar 2014 zeigte überdies, dass die Kapazitäten in der deutschen Industrie im September gewaltig unter Druck standen", melden Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik und das Beratungsunternehmen IHS Markit.

Stahlpreise könnten stärker steigen
Der Stahlpreis für Warmband in Deutschland, Frankreich und Benelux kletterte gemäß Preislisten von "Steel Benchmarker" zwischen Ende August und Ende September 2016 von 424 Euro auf 445 Euro/Tonne. Die Stahlpreisentwicklung wäre wohl noch stärker gestiegen, wäre da nicht eine vor sich hin darbende Industrie in Frankreich. Hier kam es erneut zu Wachstumseinbußen, berichtet IHS Markit. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) lag mit 49,7 Punkten einmal mehr unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, was die Regel ist, seitdem Präsident Hollande regiert.

Chinas harte Landung erst 2017?
Eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft ist für das Jahr 2016 vom Tisch. Der dortige Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe kletterte zuletzt auf den höchsten Stand seit knapp zwei Jahren. Konjunkturforscher warnen zwar immer wieder vor einer Kreditblase. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gibt es sehr starke Anzeichen für eine Überhitzung der schuldgetriebenen Wirtschaft in China. Die Regierung in Peking kann allerdings bisher ihr Versprechen, das Wachstumstempo für das laufende Jahr bei 6,5-7% zu halten, mühelos einlösen.