12.01.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Donnerstag, 12. Januar 2017

Wachstum hebt Stahlpreise
Der kräftige Anstieg der Stahlpreise kommt nicht von ungefähr. Die deutsche Wirtschaft hat 2016 ein Wachstum von 1,9% verbucht, meldet das Statistische Bundesamt. Eine so starke Expansion gab es zuletzt 2011. Die robuste Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) geht vor allem auf staatliche Ausgabeprogramme und Privatkonsum zurück. Aber auch die stahlintensiven Bereiche haben ihren Beitrag geleistet. Die Bauinvestitionen stiegen um 3,1%. In Ausrüstungen (Maschinen, Geräte und Fahrzeuge) wurde um 1,7% mehr investiert.

In Deutschland erhöhte sich die Schrottzuschlag für Stabstahl zwischen Januar 2016 und Januar 2017 von 88 Euro auf 145 Euro je Tonne. Bei Blankstahl gingen die Stahlwerke von 101 Euro auf 166 Euro nach oben. Der durchschnittliche Stahlpreis für Warmband kletterte in Deutschland, Frankreich und Benelux gemäß "Steel Benchmarker" von 321 Euro auf 563 Euro (+75,39%).

Rohstahlproduktion steigt
Stahlproduzenten wie Thyssenkrupp und Salzgitter haben ihre Stahlproduktion im Dezember deutlich gesteigert. Insgesamt wurden 3,23 Millionen Tonnen Rohstahl erzeugt, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl mitteilt. Das war ein Plus von 8,2% gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Kapazitätsauslastung lag mit 86% überdurchschnittlich hoch. Weltweit waren die Stahlwerke gemäß Wordsteel zuletzt lediglich mit 70% ausgelastet.

Warmbandpreis auf 4-Jahreshoch
In Südeuropa kletterte der Warmbandpreis zum ersten Mal seit Juni 2012 über die 500-Euro-Marke, meldet "The Steel Index". Auch dieser Anstieg wird von einer robusten Industriekonjunktur untermauert. So hat sich die italienische Industrieproduktion im November stärker erhöht als erwartet, wie nun bekannt wird. Spanien überzeugt mit einem bei 55,3 Punkten liegenden Einkaufsmanagerindex.