19.01.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Donnerstag, 19. Januar 2017

Stahlpreise aktuell
Die Stahlpreise in Europa und den USA sind seit Beginn des Jahres auf einem leichten Sinkflug. An der Londoner Metallbörse (LME) fiel der Kontrakt für Betonstahl der Güte B500C von 442 US-Dollar (425 Euro) auf 430 Dollar (402 Euro). Die Warmbandpreise in Nordeuropa und Südeuropa sind ebenfalls gefallen. Der US-Warmbankontrakt verliert 13 Dollar auf 620 Dollar je Short Tonne (639 Euro je Tonne).

Besser sieht es in China aus, wo der Betonstahlpreis seit Jahresbeginn von 2.914 Yuan (403 Euro) auf 3.287 Yuan (450 Euro) kletterte. Der Anstieg hat laut Händlern bei der Verteuerung von Eisenerz mitgeholfen. Der Eisenerzpreis erhöhte sich von 79,40 Dollar (76,35 Euro) auf 82,05 Dollar (76,68 Euro). Die Wirtschaftsvereinigung Stahl warnt in diesem Zusammenhang vor "hohen Volatilitäten auf den Rohstoffmärkten, insbesondere bei den Massenrohstoffen Eisenerz und Kokskohle."

Weltwirtschaft: Aufschwung
Die Weltwirtschaft werde im laufenden Jahr um 3,4% wachsen, prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF). 2018 soll sich das Wachstum dann auf 3,6% beschleunigen. Für die Eurozone erwartet IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld 1,6% (2017 und 2018). Deutschland liegt mit jeweils 1,5% etwas darunter. Das Wachstum in den USA sieht der IWF bei 2,3% (2017) und 2,5% (2018). Die Schwellenländer können mit 4,5% und 4,8% rechnen.

Deutsche Stahlexporte in Gefahr
Während US-Stahlproduzenten ihre Produktion in der ersten Januarhälfte um 6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert haben, macht sich Sorge in Deutschland breit. Außerhalb der EU sind die USA der größte Abnehmer von deutschem Stahl. Analog zu seinem Vorgehen bei der Autoindustrie könnte US-Präsident Donald Trump darauf dringen, dass künftig nur noch Stahl aus heimischen Hochöfen verwendet wird.