26.01.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Donnerstag, 26. Januar 2017

Stahlpreise 2017 erhöhten Schwankungen ausgesetzt
Nachdem die europäischen Stahlproduzenten 2016 eines ihrer besten Jahre seit langem hatten, würden die Unternehmen darauf setzen, das positive Momentum in 2017 hinüber zu retten, schreiben die Experten von "Scrap Register". Hintergrund sei die steigende Stahlnachfrage auf dem EU-Stahlmarkt sowie das verringerte Angebot von Stählen aus Drittländern. Ob das gelinge, sei aber ungewiss. Einigermaßen sicher sei nur, dass das Auf und Ab der Stahlpreise (Volatilität) hoch bleiben werde.

Stahlnachfrage aus Autoindustrie bleibt hoch
Die Stahlindustrie kann auch 2017 auf eine steigende Stahlnachfrage aus der Automobilindustrie bauen. Sie werde aber nicht so deutlich zulegen wie 2016, als der Pkw-Weltmarkt um 6% gewachsen ist. Für das laufende Jahr rechnet der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit einem Plus von 3% auf 85 Millionen Fahrzeuge. Der VDA sorgt sich vor protektionistischen Tendenzen in den USA, als diese der zweitgrößte Exportmarkt für die deutschen Hersteller sind.

Trumps Mauer wäre mit chinesischem Stahl günstiger
US-Präsident Donald Trump ordnete derweil den Bau einer Mauer an der 3.200 Kilometer langen Grenze zu Mexiko an. Die Kosten dafür werden laut Schätzungen bei etwa 20 Milliarden US-Dollar liegen. Da Trump seinem Motto "America First" treu bleiben dürfte, wird wohl der für die Mauererichtung benötigte Stahl zur Gänze aus US-Hochöfen kommen müssen, obschon die Mauer günstiger wäre, würde man beispielsweise chinesische Betonstähle verbauen.

Kupferpreise steigen auf breiter Flur
Angetrieben von einer steigenden Nachfrage nach Minenkupfer steigt der Kupferschrottpreis für Millberry auf 4,70 Euro je Kilogramm. So viel zahlten Schrotthändler für das rote Industriemetall zuletzt vor knapp zwei Jahren. Im Herbst 2016 lag der Kupferschrottpreis noch bei 3,77 Euro/kg. An der Londoner Metallbörse (LME) ist der Kupferpreis im Lichte der Dekrete von Donald Trump, die neben dem Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko auch die Genehmigung von riesigen Pipelines umfassen, um 200 US-Dollar auf 5.971 Dollar je Tonne geklettert.