03.02.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Freitag, 3. Februar 2017

Stahlpreise auf 3-Monatstief
An der Londoner Metallbörse (LME) sinkt der Stahlschrottpreis mit 248 US-Dollar (230 Euro) auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Monaten. Der Betonstahlkontrakt fällt auf 402 Dollar (372 Euro) zurück - nach 442 Dollar (425 Euro) zu Jahresbeginn. Der am meisten gehandelte Betonstahlkontrakt in Shanghai sinkt gemäß einer Reuters-Meldung um 6,8% auf 3.113 Yuan (419 Euro).

Europas Stahlproduzenten wenig innovativ
Die europäische Stahlbranche stecke in einer gnadenlosen Zukunftsverweigerung fest, schreibt Voestalpine-Chef Wolfgang Eder in einem Gastkommentar für das Magazin "Euro am Sonntag". Es dominiere unverändert die Produktion von Massenstahl. Statt auf Quantität sei es aber sehr viel besser auf Qualität zu setzen. Je innovativer, desto zukunftsicherer, so Eder.

Stahlhändler klagen an dem Festhalten an veralteten Strukturen. Denn die großen Stahlproduzenten kochen Stahl und halten die Händler an, den auf Lager zu legen. Die warten dann wiederum darauf, dass ein Kunde anruft und Stahl bestellt. Das sei so wie früher in der Automobilproduktion, bevor man mit der Anlieferung der Komponenten "Just-in-Time" begann.

Für Chinas Metall-Subventionen wird es eng
Die USA kitzeln China wegen dessen Aluminiumproduktion. Wie beim Stahl geht es um staatliche Subventionen, die es chinesischen Produzenten erlauben sollen, Aluminium konkurrenzlos günstig auf den Weltmarkt zu werfen. Präsident Trump greift nun ein von seinem Vorgänger angestoßenes Verfahren bei der WTO auf. Der Schlagabtausch hat Signalwirkung für die Stahlindustrie.

Washington und Peking können den formalen WTO-Prozess folgen, der zwei bis fünf Jahre dauern werde oder aber einen Vergleich aushandeln, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Für China stehe sehr viel auf dem Spiel. Sollte die WTO Verstöße feststellen, würde das gesamte Gechäftsmodell des chinesischen Industriekomplexes in Frage stehen.

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