15.03.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 15. März 2017

Weniger Stahl aus China
Gute Nachrichten für europäische Stahlproduzenten wie ArcelorMittal und Thyssenkrupp. Die chinesischen Stahlexporte sind im Februar auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gefallen. Die Stahlausfuhren aus dem Reich der Mitte waren mit 5,75 Millionen Tonnen um 23% niedriger als im Januar und um 29% tiefer gegenüber dem Vorjahresmonat, teilt die Zollbehörde des Landes mit. Die chinesischen Stahlhersteller würden aufgrund steigender Stahlpreise wieder mehr im Inland verkaufen, kommentiert scrapregister.com.

Derweil steigt der meistgehandelte Betonstahlkontrakt in Shanghai mit 3.659 Yuan (499 Euro) je Tonne auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Warmbreitband (Hot-Rolled Coil) kostet 3.606 Yuan (492 Euro). "Das kann nicht mehr lange gut gehen", zitiert das Industriemagazin Zhang Wuzong, Chef des Stahlkonzerns Shiheng Special Steel. Der Preis für Betonstahl werde wohl bald abstürzen. Gemäß verfügbaren Preiserhebungen lag der Warmbandpreis in Europa zuletzt bei 568-571 Euro je Tonne.

Starke deutsche Konjunktur - Forscher streiten über Risiken
Der deutschen Wirtschaft geht es besser als erwartet, und so heben die Konjunkturforscher ihre Wachstumsprognosen an. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) erwartet 2017 einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,3% (zuvor: 1,2%) und 2018 von 1,8% (zuvor: 1,6%). Es gibt aber auch Risiken: "Der in vielen Ländern wachsende Protektionismus stellt das deutsche Geschäftsmodell einer exportstarken Wirtschaft mit einem immer noch vergleichsweise bedeutsamen Industriesektor in Frage", so das RWI.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) erhöht seine BIP-Prognosen von 1,2% auf 1,4% (2017). Für 2018 rechnet man mit einer Zunahme der Wirtschaftsleistung um 1,7%. Das DIW, eine Art Antipode zum Münchner ifo-Institut, rührt erneut die Werbetrommel für mehr Investitionen. Anders als beim RWI sieht man die Risiken im Inland: "Die geringe reale Lohnentwicklung und die schwachen Investitionen sind die zwei größten Schwächen der deutschen Wirtschaft", sagt DIW-Präsident Marcel Fratzscher.