10.04.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Montag, 10. April 2017

Warmbandpreise mit Strafzöllen stützen
Die Stahllobby macht Druck, und so verhängt die EU-Kommission weitere Strafzölle auf Stahlprodukte aus China. Bis zu 35,9% müssen europäische Stahlverarbeiter für den Import warmgewalzter Erzeugnisse künftige obendrauf zahlen. "Die chinesische Überkapazität ist so massiv, dass sie realistischerweise kurz- oder mittelfristig nicht abgebaut werden kann", teilt die EU-Kommission mit. Der Stahlpreis für Warmband lag in Westeuropa Ende März bei 561 Euro, in China bei 396 Euro je Tonne (Quelle: Steel Benchmarker)

Thyssenkrupp: Tata-Ehe für Arbeitnehmer unerträglich
"Die Situation ist unerträglich", sagt Wilhelm Segerath, Betriebsratschef bei Thyssenkrupp. Es geht mal wieder um einen möglichen Zusammenschluss der Stahlsparte von Thyssenkrupp mit der von Tata Steel. Die deutschen Standorte, darunter Duisburg, Bochum und Siegen, seien Weltspitze. "Wir werden nicht hinnehmen, wenn in diesem Bereich Kapazitäten herausgenommen werden", erklärte Segerath laut einer Reuters-Meldung. Konzernchef Heinrich Hiesinger lässt seit über einem Jahr mit Tata Steel verhandeln. Ein Fusion würde nach ArcelorMittal den zweitgrößten Stahlproduzenten Europas hervorbringen.

Gute Nachrichten für die Belegschaft von Thyssenkrupp kommen vom Management mit Blick auf weiteren Kostensenkungen. Die fallen nicht so stark aus, wie befürchtet. In den nächsten drei Jahren soll Steel Europa etwa 500 Millionen Euro einsparen. Das ist deutlich geringer als befürchtet. Das einzige Sorgenkind ist die Grobblechssparte. Hier muss Personal abgebaut und Anlagen geschlossen werden. Die Restrukturierungsschritte plane man "mit Augenmaß und Sorgfalt und in enger Abstimmung mit der Mitbestimmung" zu diskutieren, berichtet das Handelsblatt.