03.05.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 3. Mai 2017

Stahlpreis Prognose
Die globalen Stahlpreise haben wahrscheinlich ihr Hoch für diesen Zyklus erreicht, sagt die Metallberatungsgesellschaft MEPS. Gleichwohl dürften die Stahlproduzenten einen großen Teil des seit Anfang 2016 vollzogenen Anstiegs der Stahlpreise bewahren. Hinzu komme, dass die in Europa und den USA eingeführten Strafzölle auf Importstahl den Stahlherstellern einen gewissen Schutz böten.

Arbeitsplätze nicht 100% sicher
Deutschlands Stahlindustrie ist trotz einer im internationalen Vergleich recht hohen Kapazitätsauslastung von knapp 90% nicht vor dem Verlust von Arbeitsplätzen gefeit. Zu diesem Ergebnis kommt Roland Döhrn, Stahlexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). So könnten bei einer möglichen Fusion der Stahlsparte von Thyssenkrupp mit dem Konkurrenten Tata durchaus auch deutsche Standorte in Gefahr geraten, obwohl Tata in Großbritannien deutlich unrentablere Anlagen habe, sagt Dörn der Deutschen Presse-Agentur.

Produzierendes Gewerbe floriert
Produktion, Auftragseingang und Beschäftigung haben in Deutschland im April zugelegt. "Die deutsche Industrie ist mit Volldampf ins zweite Quartal 2017 gestartet", stellt Trevor Balchin vom Institut IHS Markit fest. Weil die Industrie auch in Frankreich und Italien kräftig expandiert, in Spanien etwas schwächer, steigt der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone auf den höchsten Stand seit sechs Jahren.

In der deutschen Industrie ist die Auslastung so hoch, dass Kapazitätsdruck herrsche, geht aus der monatlichen Umfrage unter 3.000 Unternehmen hervor. Die Bestände an Vormaterialien sanken erstmals seit sechs Monaten. Die Einkaufspreise für die Unternehmen kletterten zum neunten Mal in Folge. Wegen rückläufiger Stahlpreise und eines im Verhältnis zur starken Konjunktur schwachen Ölpreises bei 52 US-Dollar je Fass, könnte sich die Lage bei den Einkaufspreisen etwas entspannen.