02.06.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Freitag, 2. Juni 2017

Industriesektor: Es läuft hervorragend
Die deutsche Industrie ist weiter in Topform. Die Produktion wurde im Mai 2017 so rasant ausgeweitet wie zuletzt im April 2011. Im Vorleistungsgüterbereich erreichte die Steigerungsrate sogar ein neues Allzeithoch, meldet das IHS Marktit. Der von dem Institut erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Produzierende Gewerbe kletterte auf 59,5 Punkten. Er ist damit um satte 9,5 Punkte über der Wachstumsschwelle.

In der Eurozone liegt der PMI-Index mit 57 Punkten etwas tiefer. "Deutschland ist zwar die Wachstumslokomotive, doch bei weitem nicht der einzige Wachstumsmotor. Zügig aufwärts geht es momentan auch mit den Industriesektoren der Niederlande, Österreichs, Spaniens, Italiens und Irlands", analysiert IHS Markit Chefvolkswirt Chris Williamson.

Der deutsche Maschinenbau profitiert von der Erholung in der Eurozone. Die Unternehmen aus der Branche konnten im April 14% mehr Bestellungen aus den Euro-Partnerländern als im Vorjahresmonat, berichtet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). In Frankreich ist der PMI bei 53,8 Punkten, in Italien, bei 55,1 Punkten und in Spanien 55,4 Punkten. Lägen die Indizes bei knapp 60 Zählern, so wie in Deutschland, wäre das Wachstum noch stärker.

Thyssenkrupp nicht gut aufgestellt
So gut es bei den Unternehmen läuft, die Stahl verarbeiten, so schlecht läuft es bei Deutschlands größten Stahlproduzenten. Die Stahlsparte von Thyssenkrupp leide an mangelnder Wettbewerbsfähigkeit, heißt es in einem internen Papier des Stahlriesen, dass der Rheinischen Post vorliegt. Tata Steel sei bei der Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im westeuropäischen Vergleich der Stahlhersteller seit 2014 an letzter Stelle. An einer Fusion zwischen den beiden Konzernen zweifeln inzwischen neben den Gewerkschaften auch die Börsianer.