15.08.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Dienstag, 15. August 2017

Die konjunkturelle Expansion in Deutschland wächst nicht in den Himmel, signalisieren die Walzstahlbestellungen. Zwischen April und Juni 2017 orderten Stahl-Service-Center und Stahlverarbeiter 11,6% weniger Walzstahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Rückgang sei in erheblichem Maße auf lagerzyklische Entwicklungen zurückzuführen, teilt die Wirtschaftsvereinigung Stahl ferner mit.

Stahl-Service Center in Deutschland haben im Juni ihre im Verlauf der ersten Jahreshälfte angehäuften überschüssigen Stahlbestände abverkauft, berichtete vor einer Woche die Metallberatungsgesellschaft MEPS (ℹ scrapregister.com). Der Abbau der Lagerbestände findet statt, während sich das Wirtschaftswachstum in Deutschland abkühlt.

Das hohe Wachstumstempo der ersten Jahreshälfte 1,2% werde sich nicht aufrechterhalten lassen, zeigen die Prognosen der Forschungsinstitute. Die Unternehmen werden etwas vorsichtiger. Ferner belastet die Auftragsbücher der deutschen Stahlproduzenten ein anhaltend hoher Importdruck, von Stahl, der in die EU komme.

China, das weltweit etwa die Hälfte des Stahlaufkommens produziert, hat seine Produktion zuletzt überraschend stark ausgeweitet. Die chinesische Rohstahlproduktion kletterte im Juli 2017 auf 74,02 Millionen Tonnen, wie das Nationale Statistikbüro mitteilt. Das waren 10,3% mehr als im Juli 2016.