24.08.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Donnerstag, 24. August 2017

"Es ist eine Macho-Industrie, in der Millionen Tonnen immer noch mehr zählen als Millionen verdienter Euro, Dollar oder Renminbi", sagt Voestalpine-Chef Wolfgang Eder. Wegen Überkapazitäten von 30 bis 40 Millionen Tonnen allein in Europa werde langfristig an Kapazitätsverringerungen bis hin zu Werksschließungen kein Weg vorbeigehen, so Eder gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Einige fühlen sich an die Weltwirtschaftskrise erinnert, als Stahlproduzenten und Stahlverarbeiter - allen voran die Automobilindustrie - mit hohen Überkapazitäten in eine Rezession rannten. Während der Einkaufsmanager-Daten für das Produzierende Gewerbe im August für Furore sorgt, gibt es einen Dämpfer von den Konjunkturerwartungen.

Über der deutschen Wirtschaft ziehen dunkle Wolken auf, signalisiert der ZEW-Index. "Der sehr deutliche Rückgang der Konjunkturerwartungen spiegelt die Nervosität über den weiteren Verlauf des Wachstums in Deutschland wider", teilt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit.

"Wir haben eine permanente Aufwärtsentwicklung bei den Kapazitäten, auch in den kritischen Jahren nach der Finanzkrise 2009", kritisiert Eder. Die Metallberatungsgesellschaft MEPS rechnet mit einem Anstieg der europäischen Stahlpreise im September. Im 4. Quartal 2017 sollen die Verkaufspreise für Lang- und Flacherzeugnisse dann wieder sinken.