15.09.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Freitag, 15. September 2017

Deutschland produziert mehr Stahl
Deutschlands Rohstahlproduktion lag im August 2017 um 3,3% höher als im August 2016. Insgesamt erzeugten Stahlproduzenten wie Thyssenkrupp und Salzgitter 3,63 Millionen Tonnen Rohstahl, meldet die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Im Juli und Juni hatte es Rückgänge gegeben. Die Rohstahlproduktion in den ersten acht Monaten des Jahres belief sich auf 29,37 Millionen Tonnen. Das waren 2,1% mehr gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Sinkt der Eisenerzpreis auf 60 Dollar/Tonne?
"Eine Mix aus einer weniger stark steigenden Nachfrage Chinas und dem Ausblick eines erhöhten Angebots erzeugen Abwärtsrisiken beim Eisenerzpreis", zitiert der Finanzdienst Bloomberg Ric Spooner, Chefanalyst bei CMC Markets in Sydney. Dies spreche dafür, dass der Eisenerzpreis auf 60 US-Dollar je Tonne zurückfällt. Der wichtige Rohstoff für die Erzeugung von hochwertigen Stahlprodukten wie Warmband ist bereits inmitten einer Talfahrt. Er kostet am Spotmarkt aktuell 74 US-Dollar nach 79 Dollar Anfang September.

Stahlpreise könnten noch viel tiefer fallen
Die Stahlpreise in China könnten in den kommenden Monaten weiter fallen. Der meistgehandelte Betonstahlkontrakt sank parallel mit dem Eisenerzpreis in den letzten zwei Wochen von 4.088 Yuan (527 Euro) auf 3.880 Yuan (498 Euro). Am Vortag veröffentlichte Konjunkturdaten aus China fielen schwächer als erwartet aus. Bei der Industrieproduktion, den Anlageinvestitionen und den Einzelhandelsumsätzen gab es im Juli Dämpfer.

Die Transaktionen auf dem chinesischen Immobilienmarkt sanken auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. Hinzu kommt eine rekordhohe Rohstahlproduktion Chinas im August. Die Kombination aus einer weniger dynamischen Stahlnachfrage aus dem Verarbeitenden Gewerbe und der Bauwirtschaft zusammen mit dem erhöhten Stahlangebot spricht für sinkende Stahlpreise.