29.11.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 29. November 2017

Thyssenkrupp-Streit
Die verhärteten Fronten bei Thyssenkrupp zwischen der Belegschaft und Konzernlenkern lockert sich etwas. Beide Seiten einigen sich darauf, einen unabhängigen Gutachter einzusetzen. Der soll den Umgang mit milliardenschweren Pensionslasten sowie die wirtschaftliche Tragfähigkeit des geplanten Zusammenschlusses mit Tata Steel untersuchen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Ob es die von den Arbeitnehmervertretern geforderte langfristigen Standort- und Beschäftigungsgarantien geben wird, bleibt unklar.

Stahl-Strafzölle
Das ist für den G20-Stahlgipfel in Berlin eine Steilvorlage für die Trump-Regierung: Die US-Stahlimporte lagen zwischen Januar und Oktober um 19% höher als im Vorjahreszeitraum, berichtet der amerikanische Stahl- und Eisenerzverband (AISI). Insgesamt wurden knapp 33 Millionen Tonne Stahl importiert, was der Rohstahlproduktion von Italien und Frankreich entspricht. Nachdem US-Handelsminister Willbur Ross zuletzt auf einige Nischenprodukte wie kaltgewalzten mechanischen Röhren oder spanische Oliven Strafzölle erlassen hatte, könnte die US-Regierung nun ernst machen und umfangreiche Stahl-Strafzölle verhängen.

"Wir stehen nach wie vor bereit, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wenn die Amerikaner anfangen, solche Zölle zu erlassen", sagt die geschäftsführende Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries gegenüber Reuters. Die US-Regierung will sich offenbar nicht einbinden lassen, als sie nur einen Vertreter niederen Rangs zum Stahlgipfel nach Berlin schickt. Deutschland ist gerüstet: "Die deutsche Stahlindustrie ist für meine Begriffe sehr wettbewerbsfähig. Wir haben in Deutschland die modernsten Stahlwerke der Welt, und das ist auch gut für die Umwelt", so Zypries.