02.11.17

Wohin steuert die Stahlpreisentwicklung 2018?

Für die Stahlpreisentwicklung ist es ein Nullsummenspiel: Weil der Preis für Eisenerz mit einem Gehalt von 62% in den letzten zwei Monaten von 79,93 US-Dollar je Tonne auf 59,34 Dollar sank, wird das Stahlkochen über die Hochofenroute günstiger. Die Stahlverarbeiter werden das in Preisverhandlung im neuen Jahr, wenn sich der gesunkene Eisenerzpreis in den Lieferverträgen der Stahlproduzenten wiederfindet, anführen.

Auf der anderen Seite ist der tiefe Eisenerzpreis ein Indiz dafür, dass China dabei ist seine Stahlkapazitäten, auch wegen Umweltgesichtspunkten, zu verringern. Dadurch verringert sich das Überangebot auf dem globalen Stahlmarkt, was den EU-Stahlmarkt aus der Sicht von Stahlkochern wie ArcelorMittal und Thyssenkrupp entlastet und es leichter macht, an der Preisschraube zu drehen.

Dass es die Stahlproduzenten unter dem Strich leichter haben werden höhere Stahlpreise durchzusetzen, dafür spricht auch die Konsolidierung des europäischen Stahlsektors. Unabhängige Stahlhändler kritisieren aufgrund des Zusammengehen von Thyssenkrupp und Tata Steel sowie der Übernahme des italienischen Stahlwerks Ilva durch ArcelorMittal weniger Auswahl an Stahlprodukten bei höheren Preisem.

Für die Stahleinkäufer bleibt zu hoffen, dass die Stahlschrottpreise weiter fallen. Dadurch würden die Stahlproduktion in Elektrostahlwerken im Vergleich zur Hochofenroute relativ günstiger. Der durchschnittliche Ankaufspreis für Mischschrott (Sorte 2) sank seit September von 140 Euro auf 130 Euro. Auch Scherenschrott (-10 Euro auf 150 Euro) und der Lagerverkaufspreis für Stahlneuschrott (Sorte 2/8) sind am fallen.