06.12.17

Aktuelle Stahlpreise pro Tonne (1.000 kg) - Westeuropa/USA

Der Stahlpreis für Warmband in Westeuropa sank Ende November auf den niedrigsten Stand seit drei Monaten. Bereits zum vierten Mal in Folge wurde der 5 Millimeter dicke und 1200-1500 mm breite Stahl in Deutschland, Frankreich und Benelux günstiger. Per 27. November 2017 kostete er 531 Euro je Tonne. Das waren 5 Euro weniger als am 13. November 2017 (Quelle: Steel Benchmarker).

Die Stahlpreisentwicklung bewegt sich bereits seit dem Beginn des 4. Quartals 2017 ununterbrochen nach untern. Trotz des zweimonatigen Singflugs fielen die Verluste bisher glimpflich aus. Die Situation ist deswegen auch nicht mit der im Jahr 2015 vergleichbar, als der Warmbandpreis auf ein Rekordtief bei 321 Euro abrutschte.


Ginge es nach der Wirtschaftslage, müssten die Stahlpreise höher sein: "Die Industrie war erneut führend, hier wurde die Produktion so kräftig ausgeweitet wie seit knapp sieben Jahren nicht mehr. Der Industrie-PMI kletterte im Berichtsmonat sogar auf seinen zweithöchsten Wert seit Umfragebeginn vor 20 Jahren", erläutert IHS Markit seinen aktuellen Einkfaufsmanagerindex (PMI) für die Eurozone.

Und so dürften die Stahlpreise in Europa sinken, weil es auch in Europa Überkapazitäten gibt. Die Stahllobby versucht in Sachen Überkapazitäten die Aufmerksamkeit stets nach China zu lenken. Fakt ist aber, dass in Europa 30-40 Millionen Tonnen Stahl mehr produziert werden, als nachgefragt. Eine Verringerung ist nicht in Sicht.

Auf dem US-Stahlmarkt kletterte der Warmbandpreis zwischen dem 13. November und 27. November 2017 von 671 US-Dollar auf 682 Dollar je Tonne (1.000 kg). Bei einem Euro-Wechselkurs von 1,19 Dollar ergibt sich ein US-Stahlpreis von 573 Euro. In China stieg der Warmbandpreis um 5 Dollar auf 533 Dollar (448 Euro).