14.12.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Donnerstag, 14. Dezember 2017

Brummender Automarkt, steigende Stahlpreise
Die Stahlnachfrage der europäischen Automobilindustrie ist sehr robust. Die Pkw-Neuzulassungen in den EU-Ländern erhöhten sich im November 2017 auf 1,22 Millionen Fahrzeuge. Das waren 5,9% mehr als im November 2016. In Deutschland stiegen die Neuzulassungen um 9,4%, in Frankreich um 10,3%. (Quelle: ACEA) Entsprechend fallen Stahlpreiserhöungen auf fruchtbaren Boden. ArcelorMittal hebt seinen Verkaufspreis für von der Automobilindustrie benötigten feuerverzinkten Stahl (Hot Dip Galvanized) in Nordeuropa auf 680 Euro je Tonne an. In Südeuropa geht der Brachenprimus auf 620 Euro, als die Neuzulassungen in Spanien um 12,4% und in Italien um 6,8% zulegten.

Deutschland: Es hapert noch an Investitionen
Die Industrieproduktion hat sich überraschend stark erhöht. In der EU legte sie im Oktober um 4,2% gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Der Euroraum erreichte ein Plus von 3,7%, teilt das Statistikamt Eurostat mit. Bei den wichtigen Investitionsgütern gab es EU-weit ebenfalls eine Steigerung von 4,2%. In der Eurozone fiel die Zunahme allerdings mit 3,3% unterdurchschnittlich aus. In Deutschland gebe es seit langem ein Investitionsstau, stellt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) fest. Die politischen Weichen seien noch nicht für ein stärkeres Inlandsgeschäft gestellt.

NRW-Stahlgipfel abgesagt
Die IG Metall hat ihre Teilnahme an einen für kommenden Montag geplanten Stahlgipfel der nordrhein-westfälischen Landesregierung abgesagt. Sie begründet das mit mangelndem Engagement der Politik angesichts geplanten Stellenstreichungen bei Thyssenkrupp. "Vor dem Hintergrund, dass diese Prozesse Tausende Arbeitsplätze gefährden, bin ich vom Verhalten der Landesregierung und insbesondere vom Wirtschaftsministerium in diesen Fällen mehr als enttäuscht", sagte Knut Giesler, IG-Metall-Chef für der NRW-Chef, der Rheinischen Post. Der NRW-Stahlgipfel wurde daraufhin abgesagt.

Kupferpreis 2018 rauf, Aluminium runter
Das Angebot von Kupfer auf dem Weltmarkt wird nach Einschätzung der Investmentbank Goldman Sachs in den kommenden Jahren knapp. Das spricht für einen weiter steigenden Kupferpreis. An der Londoner Metallbörse (LME) kostet das rote Industriemetall aktuell 6.684 US-Dollar je Tonne. Das sind 22% mehr als zu Jahresbeginn, als der Kupferpreis bei 5.500 Dollar war. Weniger optimistisch sind die Rohstoffexperten für die Aluminiumpreisentwicklung. Hier laufe es auf ein Angebotsüberhang hinaus. Der Aluminiumpreis beträgt aktuell 2.009 Dollar - nach 1.687 Dollar zu Jahresbeginn.