06.02.18

Konjunkturaufschwung 2018 mit vielen Unsicherheiten

Die Einschätzungen zur aktuellen Konjunkturlage und zum wirtschaftlich Ausblick klaffen auseinander. Damit steigt die Gefahr, dass Unternehmen, gerade aus den stehlherstelleneden und stahlverarbeitenden Zweigen, mit hohen Überkapazitäten in den nächsten Abschwung gehen. Die Stahlunternehmen bekommen den Gegenwind bereits zu spüren.

Die deutsche Politik ist ein wirtschaftliches Risiko für Europa. Die Konjunkturerwartungen sinken auf den tiefsten Stand seit Juli 2016, zeigt einer Erhebung des Sentix-Insituts. Ursächlich für den Rückgang dürften die Koalitionsverhandlungen in Berlin sein. "Die nach außen dringenden „Beschlüsse“ hinterlassen einen äußerst negativen Beigeschmack für die Anleger", meint Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner.

Deutschland ist dabei zum Bremsklotz für Europa zu werden. Denn der Konjunkturindex für die Eurozone verringerte sich in erster Linie wegen schwachen Vorgaben aus Deutschland. Zwar ist die aktuelle Konjunkturlage noch sehr gut. Die Erwartungen trüben sich aber kräftig ein. Stahlunternehmen haben den schlechteren Ausblick bereits zu spüren bekommen.

So sank die Thyssenkrupp-Aktie in den letzten zwei Wochen um 7,5% auf 24,40 Euro zurück. Salzgitter-Anteilsscheine gaben 10% nach, während die Papiere des Stahlhändlers Kloeckner & Co. 7% verloren. Der Aktienkurs von ArcelorMittal fiel 8%. Der weltweiten Stahlverbrauch werde 2018 zwar um 1,5-2,5% steigen. Es gebe aber weiterhin Schwierigkeiten mit Überkapazitäten und unfairem Handel, teilte ArcelorMittal letzte Woche mit.

"Der Aufschwung der Eurozone hat sich im Januar nicht nur fortgesetzt, die Wachstumsrate näherte sich sogar einem 12-Jahreshoch an. Der Auftragseingang blieb kräftig", berichtet IHS Markit mit Blick auf seine Einkaufsmanager-Daten. Derweil erhöhte die französische Großbank ihre Wachstumsprognose für die Eurozone von 2,4% auf 2,8%.