12.08.14

Deutscher Walzstahl geht weg wie warme Semmel

Die deutsche Stahlkonjunktur nimmt Fahrt auf. Eine steigende Rohstahlproduktion sowie Zuwächse bei den Auftragseingängen geben Anlass zur Hoffnung. Es könnte noch besser laufen, wenn der Euro Wechselkurs mitspielen würde, signalisiert die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Der Wunsch scheint in Erfüllung zu gehen.

Im Juli 2014 produzierte die Stahlindustrie 3,45 Millionen Tonnen Rohstahl, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl gestern mitteilte. Das waren 1,5 Prozent mehr als im Juni 2014. Trotz der Zunahme sei die Produktion im langfristigen Vergleich unterdurchschnittlich, stellte der Düsseldorfer Verband fest.

Auch die Auftragseingänge bei Walzstahlerzeugnissen legten zu, was vor allem durch eine um 8 Prozent erhöhte Nachfrage aus dem EU-Ausland herrührte. Aus Deutschland kam ein Plus von 5 Prozent, während der Bestelleingang aus Drittländern enttäuschte. "Hier wirken sich auch die Wechselkursrelationen nachteilig aus", erklärte die Wirtschaftsvereinigung Stahl.

So war der Kurs des Euros im Berichtszeitraum auf bis auf 1,40 US-Dollar (08.05.2014) nach oben geschossen. Der hohe Wechselkurs trübte die Exportperspektiven in die USA ein. Amerikanischen Stahlproduzenten, wie U.S. Steel, half er hingegen in Europa glänzende Geschäfte zu machen.

Inzwischen hat sich die Situation bei den Wechselkursen für die deutschen Stahlproduzenten entspannt. 1 Euro war zuletzt lediglich 1,3350 Dollar wert. Weil die Abwertung des Euros nicht auf den Dollar begrenzt blieb, wird deutscher Stahl neben den USA auch in Großbritannien, Japan und anderen Ländern günstiger.