08.10.14

Deutschlands Stahlkonjunktur so gut wie 2006

Der deutsche Stahlmarkt lasse sich von schwachen Konjunkturdaten nicht davon abhalten die hohen Niveaus von 2006 zu erreichen. Gemäß den Prognosen der Wirtschaftsvereinigung Stahl werde die Stahlnachfrage in diesem Jahr um 3 Prozent und im nächsten Jahr um 2 Prozent zulegen. Das ist insofern interessant, weil die der Internationale Währungsfonds (IWF) gestern seine Wachstumsprognose um einen halben Prozentpunkt kappte.

Deutschlands Wachstum dürfte in diesem Jahr bei 1,4 Prozent liegen, prognostizieren die IWF-Volkswirte. Im Juli hatte man noch ein Plus von 1,9 Prozent in Aussicht gestellt. Für 2015 senkte der Währungsfonds seine Prognose von 1,7 Prozent auf 1,5 Prozent. Für den Euroraum stauchte der IWF in seinem aktuellen Wirtschaftsausblick das Wachstum für 2014 von 1,1 Prozent auf 0,8 Prozent und für 2015 von 1,5 Prozent auf 1,3 Prozent zusammen.

Im Gegensatz zum deutschen Markt werde die Stahlkonjunktur in der Europäischen Union nicht auf die hohen Niveaus zurückkommen, prognostiziert die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Jedoch gebe es auch hier Anzeichen eine Erholung, weil der EU-Stahlmarkt zum ersten Mal seit 2011 wieder zulegen dürfte. Der amerikanische Stahlmarkt nehme in den Industrieländern die Funktion einer Lokomotive ein.

Konjunkturdaten aus Deutschland seien "durchgehend furchtbar", schreibt der Analyst Kit Juckes von der französischen Bank Société Générale. Zuletz wurde bekannt, dass die Auftragseingänge und die Industrieproduktion regelrecht einbrachen. Die deutsche Wirtschaft fällt beim Wachstum immer weiter hinter den USA und dem Vereinigten Königreich zurück.

Angela Merkel habe nun die Wachstumsdividende von Gerhard Schröders Agenda 2010 vollkommen aufgebraucht. Weil die Kanzlerin keine nennenswerte Wirtschaftsreform auf den Weg brachte, gehe Deutschland das Wachstumspotential aus, sagen Volkswirte.