19.01.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im Januar 2015 - Update 1

Der Stahlpreis für das Referenzprodukt Warmband (Hot-Rolled Coil) befindet sich in Nordeuropa aktuell bei 400-405 Euro pro Tonne. Größere Stahleinkäufer setzten allerdings Preise näher bei 400 Euro pro Tonne durch, berichtet Shanghai Metal Markets. In Südeuropa verteuert sich warm gewalzter Stahl im Vergleich zur Vorwoche um 3 Euro auf 389 Euro.

Der Euro-Wechselkurs sinkt mit 1,1460 US-Dollar auf den tiefsten Stand elf Jahren. Während die Stahlpreise an Londoner Metallbörse und an der Warenterminbörse in Chicago bei 480 Dollar (Steel Billet) bzw. 590 Dollar (US-Warmband) stabil bleiben, kommt es zu einem wechselkursbedingten Anstieg der Stahlpreise in Euro von 404 € auf 414 € (Steel Billet) bzw. von 508 auf 513 € (US-Warmband).

"2015 setzt sich die leichte Erholung des deutschen Stahlmarktes fort. Die Stahlnachfrage steigt an, gestützt durch eine positive Entwicklung von wichtigen Kundenbranchen und der Lagersituation. Die Rohstahlerzeugung wird sich voraussichtlich um 1 % auf 43,3 Mio. t erhöhen", prognostiziert die Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Ein zentrales Risiko blieben die chinesischen Exporte, schränkt die Wirtschaftsvereinigung Stahl ein. Die Abschwächung der Gemeinschaftswährung könnte jedoch dazu beitragen, dass die Gefahr abebbt. So liegt chinesischer Baustahl seit Jahresbeginn stabil bei 2.512 Yuan. Wegen der massiven Abwertung des Euros steigt der Baustahlpreis von 332 € auf 350 €, wodurch die chinesischen Exporte etwas gebremst werden dürften.

Russland könnte an die Stelle Chinas treten. Erhebliche Risiken für den europäischen Stahlmarkt gingen von Russland aus, sagt der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. Die russischen Stahlunternehmen würden aufgrund des inländischen Wirtschaftsabschwungs ihre Exporte erhöhen, zumal neue Kapazitäten in Russland in Betrieb gingen und die russischen Stahlproduzenten wegen des Rubelverfalls erhebliche preisliche Wettbewerbsvorteile erhielten.