09.08.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Dienstag, 9. August 2016

Höhere Stahlpreise bei mehr Bestellungen: Der Ausblick für die deutsche Stahlindustrie hellt sich spürbar auf. Im 2. Quartal 2016 lagen die Bestellungen für Walzstahlprodukte wie Warmband um 12,5% höher als im 2. Quartal 2015, teilt die Wirtschaftsvereinigung Stahl mit. Das Plus fiel viermal so groß aus wie im 1. Quartal 2016, als die Auftragseingänge um 3% gestiegen waren.

Hintergrund der besseren Stahlkonjunktur sei die "robuste Entwicklung der Stahlverarbeiter", erklärt der Verband. Darüber hinaus hätten die Kunden der Stahlproduzenten ihre Lagerbestände wieder aufgefüllt. Der Stahlpreis für Warmband stieg in Westeuropa im 1. Quartal 2016 von 321 Euro auf 348 Euro (+8,41%). Im 2. Quartal ging es dann von 348 Euro auf 424 Euro (+21,84%) nach oben, wie aus Erhebungen von "Steel Benchmarker" hervorgeht.

Zum Thema: Stahlpreisentwicklung 2016 - Westeuropa

Positive Vorgaben für die weltweite Stahlkonjunktur kommen aus China. Dort steigt der Betonstahlpreis mit 2.570 Yuan (348 Euro) je Tonne auf den höchsten Stand sei vier Monaten. Der Eisenerzpreis klettert auf 61,40 US-Dollar (55,32 Euro) und erreicht damit ebenfalls ein 4-Monatshoch. An der Londoner Metallbörse (LME) liegt der Stahlpreis für Stahlschrott aktuell mit 228 Dollar um 9 Dollar höher und der für Betonstahl mit 394 Dollar um 14 Dollar höher als Ende Juli 2016.

Die deutschen Exporte haben sich behauptet. Ein befürchteter Rückgang blieb aus. Die Ausfuhren stiegen im Juni 2016 um 1,2% auf 106,8 Milliarden gegenüber dem Vorjahresmonat, meldet das Statistische Bundesamt. Besonders gut liefen die Geschäfte mit EU-Ländern, die nicht in der Eurozone vertreten sind. Hier gab es ein Plus von 6,0%. Aus Eurozonen-Ländern wie Frankreich und Italien lag die Zunahme lediglich bei 0,1%.