08.03.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 8. März 2017

Unternehmen geht Stahlpreis-Anstieg viel zu schnell
"Dramatisch steigende Stahlpreise belasten Stahlverarbeiter", warnt der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM). Die stahlverarbeitende Industrie sei aktuell mit hohen Stahlpreisen konfrontiert. Bei fast allen Stahlerzeugnissen sei es in den vergangenen Wochen zu einer regelrechten Preisexplosion gekommen, klagt der WSM, einer der größten Wirtschaftsverbände Deutschlands. Der Stahlpreis für Warmband kletterte in den vergangenen zwölf Monaten von 330 auf 570 Euro. Zuletzt flachte sich der Anstieg allerdings ab.

Aktuelle Stahlpreise pro Tonne (1.000 kg) - Westeuropa/USA

Stahlschrottkontrakt steigt weiter
Der an der Londoner Metallbörse (LME) gehandelte Stahlschrottkontrakt steigt auf den höchsten Stand seit Mai 2016. Der vor 15 Monaten aufgelegte Schrottkontrakt klettert auf 305 US-Dollar (275 Euro). Damit setzt sich die Aufwärtsbewegung fort. Anfang Februar war der LME-Kontrakt auf 241 Dollar (225 Euro) gefallen. Seitdem legte er um 27% zu.

Beeindruckende Produktionszuwächse
"Alles in allem dürfte sich daher die Industriekonjunktur weiter beleben", kommentiert das Bundeswirtschaftsministerium die Produktionszahlen der Unternehmen. Zuvor wurde bekannt, dass sich die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe zu Jahresbeginn kräftig erhöht hat (+2,8% gegenüber Vormonat). Besonders sticht das Plus der Investitionsgüter von 6,1% hervor. Wegen einer ausgezeichneten Industriekonjunktur kann die deutsche Wirtschaft im ersten Vierteljahr mit eine überdurchschnittlichen Wachstumsrate von 0,5% rechnen.

America First auf dem Stahlmarkt
Donald Trump nimmt bei der Stahlverwendung vom Prinzip "America First" Abstand. Die Keystone XL Pipeline zwischen Kanada und den USA muss nun doch nicht zur Gänze mit US-Stahl gebaut werden. Sie wird von einem Präsidentenerlass vom Januar, der vorsieht, dass beim Bau von Pipelines nur Stahl aus US-Hochöfen verwendet werden darf, ausgenommen. Hintergrund: Die Keystone XL Pipeline war bereits in der Konstruktionsphase bevor Trump das Dekret unterzeichnete, und wird deshalb von diesem nicht erfasst.