13.04.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im April 2016

China meldet sich zurück. Ein zweistelliger Anstieg chinesischer Exporte lässt darauf schließen, dass auch die Weltwirtschaft auf dem Weg der Besserung ist. Der in Shanghai gehandelt Baustahlkontrakt klettert mit 2.312 Yuan (316 Euro) auf den höchsten Stand seit über einem Jahr. In Europa gehen die Verhandlungen zwischen ThyssenKrupp und Tata Steel in die heiße Phase.

Die chinesischen Ausfuhren stiegen im März 2016 um 11,5% gegenüber dem Vorjahresmonat, meldete die Zollbehörde des Landes. Legt man nicht den US-Dollar, sondern die Landeswährung Yuan zugrunde, lag der Anstieg sogar bei 18,7%. Das war deutlich mehr als von Volkswirten erwartet. Obwohl die Exporte zum ersten Mal seit Juni 2015 zulegten, warnen Experten wegen mäßigen Import-Zahlen und dem schwachen Vergleichswert des Vorjahresmonat vor Euphorie.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat auf seiner Frühjahrstagung in Washington wie erwartet die Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft etwas gesenkt. 2016 werde sich die globale Wirtschaftsleistung nicht wie ursprünglich gedacht um 3,4 Prozent, sondern um 3,2% erhöhen. Für 2017 gehen die IWF-Experten von 3,6% auf 3,5% herunter.

Ein Zusammenschluss zwischen ThyssenKrupp und dem indischen Konzern Tata Steel rückt gemäß einem Zeitungsbericht der "Rheinischen Post" immer näher. Die verschiedenen Modelle würden nun auf höchster Ebene durchgespielt. Es wäre der größte Deal in der deutschen Stahlindustrie seit der Wiedervereinigung. Die ThyssenKrupp-Aktie klettert mit 20,35 Euro auf den höchsten Stand seit acht Monaten.

"Wir haben diese Berichte gegenüber den Medien nicht kommentiert, weil dazu aus unserer Sicht kein Anlass besteht", heißt es in einem Brief von Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger an die Belegschaft des Konzerns. Es sei klar, dass "in der derzeitigen Situation eine Konsolidierung der europäischen Stahlindustrie ein möglicher Schritt nach vorne sein kann."