15.10.14

Wie Chinas Stahlschwemme der EU das Leben schwer macht

Chinas Stahlexporte erreichten im September ein Rekordhoch. Die Ausfuhren stiegen auf 8,5 Millionen Tonnen. Die Nettoausfuhren, die sich aus den Stahlexporten minus den Stahlimporten errechnet, kletterten in den ersten neun Monaten des Jahres um 39 Prozent auf 65,3 Millionen Tonnen.

Die Europäer und Amerikaner werfen China regelmäßig vor, dass es seine Stahlindustrie subventioniere. Dadurch entstehe eine Stahlschwemme auf den internationalen Märkten. China profitiere von einem ungleichen Wettbewerb.

Der Stahlpreis pro Tonne für chinesisches Warmband (Hot-Rolled Coil, HRC), das für die Herstellung von Automobilen verwendet wird, liegt aktuell bei 385 Euro bzw. 489 Dollar FOB (Free On Board - der Verkäufer zahlt bis zu den Ladegebühren am Exporthafen). In Nordeuropa liegen die HRC-Preise derzeit bei 422 Euro, in den USA bei 656 Dollar (beide ab Werk).

Von Januar bis August 2014 kletterten die Stahlimporte um 21 Prozent, meldete der europäische Stahlverband  Eurofer. Die Einfuhren von Flachstahlprodukten stiegen gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent. Die Importe von Langstählen erhöhten sich um 49 Prozent.

Die Nachfrage nach fertigen Stahlerzeugnissen in der EU legte jedoch im ersten Halbjahr nur um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Weil die Importe viermal so hoch sind wie die tatsächliche Nachfrage, haben es europäische Stahlproduzenten schwer mehr Stahl abzusetzen.

Noch eklatanter ist der Preisunterschied bei Baustahl (Rebar), das in Shanghai derzeit für 2.643 Yuan (341 Euro) pro Tonne gehandelt wird. In der EU hergestelltes Rebar schlägt mit 450 Euro zu buche.

Weiterlesen:
Stahlpreis stagniert wegen üppigen Importen von Billigstahl