05.09.17

Stahlkartell: "In Küche immer mehr als nur eine Kakerlake"

In der deutschen Stahlbranche sollen Edelstahlpreise und die Preise auf weiter Stahlprodukte manipuliert worden sein. Das Bundeskartellamt ermittle unter anderem gegen den Chef der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, berichtet das "Manager Magazin". Beim Salzgitter-Konzern haben die Wettbewerbshüter vor zwei Wochen Durchsuchungen durchgeführt.

"Im Verdacht stehen insbesondere Absprachen bei der Festlegung von Zuschlägen bei Edelstahlprodukten beziehungsweise legierten Stählen", erläutert Thyssenkrupp. Das Kartellamt habe dem Konzern ferner mitgeteilt, dass es seine Ermittlungen auf die Manipulation weiterer Stahlprodukte ausgeweitet habe.

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Die Wirtschaftsvereinigung Stahl kritisiert seit Jahren, dass in China der Wettbewerb nicht funktioniere, weil Subventionen in die dortigen Stahlwerke gepumpt werden. Die Folge der chinesischen Exportpolitik sei, dass in Europa marktwirtschaftlicher Wettbewerb verhindert werde, sagte Kerkhoff der Zeitung Der Westen. In dem Interview reklamierte er mehrfach einen "fairen Wettbewerb".

Was die deutsche Stahlindustrie angeht, beherzigen Börsianer eine Weisheit von Warren Buffett. Der sagte unlängst bezugnehmend auf einen Skandal mit illegalen Kontoeröffnungen der US-Großbank Wells Fargo und weiteren Ungereimtheiten: "Wenn du dich in der Küche genau umsiehst, findest du immer mehr als nur eine Kakerlake."

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