05.09.12

Stahlpreisentwicklung 2012 stürzt von $693 auf $536

Die internationale Stahlpreisentwicklung 2012 ist auf einer Talfahrt. Chinas Stahlpreisen kommt als weltweit größten Produzenten der Eisenlegierung eine Schlüsselrolle zu. Warm gewalzter Stahl aus dem Reich der Mitte verbilligte sich zwischen Januar und September von 693 auf 536 Dollar je Tonne. Ausgedrückt in der Verrechnungseinheit Euro ergibt sich ein Rückgang von 537 auf 425 Euro (-21 Prozent).

Nicht so stark fiel die weltweite Stahlpreisentwicklung. Der von der renommierten Metallberatungsgesellschaft MEPS berechnete Stahlpreisindex sank in den zurückliegenden neuen Monaten von 787 auf 730 Dollar (-7,24 Prozent). MEPS nimmt eine Berechnung der Stahlpreisentwicklung über die niedrigsten Transaktionspreise für die Verkaufsregionen EU, Nordamerika und Asien in Verbindung mit einer Durchschnittsbildung vor.

Die Stahlkonjunktur Europas leidet in erster Linie unter den Anpassungsrezession in Italien und Spanien. Zwar gibt es unter den Hüttenbetreibern auch aufgrund von Überkapazitäten einen harten Wettbewerb. Allerdings ist der Verdängunswettbewerb, den China forciert, um eigenes schärfer. Dort lässt man die Stahlwerke laufen, als ob China weiter mit knapp zehn Prozent wachsen würde.

Tatsächlich peilt Peking für dieses Jahr eine Wachstumsrate von 7,5 Prozent an. Die oftmals staatlich gelenkten Stahlkocher fahren dennoch nicht die Produktion herunter. Die täglich erschmolzene Rohstahlmenge lag im August mit 1,97 Millionen Tonnen um 1,1 Prozent höher als im Juli. Hinter den ungedrosselten Produktion stecken politische- und wirtschaftliche Interesse.

Peking will die Entlassung von Arbeitskräften im Bergbau und dem Verarbeitenden Gewerbe verhindern, damit keine sozialen Protestbewegungen aufflammen können. Gleichzeitig möchten die Stahlkocher ihre internationalen Marktanteile über einen massiven Preiskampf erhöhen.

„Zwischen internationalen- und indischen Stahlpreisen gibt es immer eine Verzögerung“, erklärt ein Analyst eines indischen Stahlbrokers gegenüber dem Nachrichtenportal dnaindia.com. „Allerdings müssen die Unternehmen ihre Stahlpreise an die internationale Stahlpreisentwicklung anpassen. Wenn sie dies nicht tun, würde der Markt mit billigem Importstahl geflutet werden.“

Indische Hüttenbetreiber werden nun damit beginnen die Stahlpreise zu senken, berichtet dnaindia.com. Die Stahlpreisentwicklung für Indiens warm gewalzten Stahl fiel zwischen Januar und September 2012 von 635 auf 558 Dollar pro Tonne (-12,13 Prozent).