02.12.12

So sind die Prognosen zur Stahlpreisentwicklung 2013

An der Londoner Metallbörse (LME) fällt der Stahlpreis auf 290 Dollar pro Tonne. Damit befindet sich Stahlpreisentwicklung für die an der LME gehandelten Steel Billets auf einem Vierjahrestief. Anders sieht es bei warm gewalzten Stahl aus. Amerikanisches Warmbreitband klettert auf 650 Dollar pro Tonne nach 618 Dollar im Vormonat.

Europas Konjunktur braucht Zeit, um wieder anzuspringen. „Wir haben die Krise noch nicht überwunden. Die Erholung in weiten Teilen des Euroraums wird sicher in der zweiten Jahreshälfte 2013 beginnen“, erklärte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, am Freitag im Gespräch mit dem französischen Radiosender Europe 1.

Draghis Prognose treffen in der Regel ins Schwarze. Schon vor Monaten sprach der Italiener von einem Rückgang der Inflationsrate. Er sollte Recht behalten. In Deutschland lag die jährliche Teuerung im November bei 1,9 Prozent, wie die Vorabschätzung des Statistischen Bundesamtes zeigt. Die Inflationsrate im Euroraum sank zur Überraschung vieler Ökonomen von 2,5 auf 2,2 Prozent.

Bei einem Fussfassen der europäischen Konjunktur hätte in erster Linie der LME Stahlpreis großes Aufwärtspotential. Als die Wirtschaft im Sommer 2011 noch am wachsen war, kletterte die Stahlpreisentwicklung auf 690 Dollar pro Tonne. Der aktuelle Stahlpreis liegt 58 Prozent darunter.

Der Stahlpreis für Warmbreitband hat deutlich weniger Aufwärtspotential. Zwischen September 2011 und Dezember 2012 fiel der Stahlpreis pro Tonne für warm gewalzten US-Stahl von 800 auf 650 Dollar. Für 2013 rechne man mit Stahlpreisen von 600 Dollar, sagte die Analystin Timna Tanners von der Bank of America Merrill Lynch im Oktober auf einer Stahl-Jahreskonferenz in Rosemont im US-Bundestaat Illinois.