07.01.13

Stahlpreis sinkt auf €207 / steigt auf $655

Die Stahlpreise laufen diametral auseinander. Amerikanisches Warmbreitband klettert an der Warenterminbörse in Chicago (CME) auf 655 USD pro Tonne. An Weihnachten schlug die Stahlsorte mit 642 USD zu Buche. Rechnet man die Stahlpreisentwicklung zu den jeweils tagesgültigen Wechselkursen des Euros zum Dollar um, ergibt sich eine Zunahme von 486 Euro auf 504 Euro (+3,7 Prozent).

Bei den an der Londoner Metallbörse (LME) gehandelten Steel Billets zeigen die Daumen nach unten. Der LME Stahlpreis fällt auf ein Vierjahrestief bei 270 USD bzw. 207 Euro. Europas Konjunktur darbt vor sich hin. Allmählich wird aber Licht am Ende des Tunnels sichtbar. Die Rückkehr zu Wirtschaftswachstum könnte schneller gelingen als bisher angenommen. Antriebsfeder dürften die euphorischen Finanzmärkte sein.

Die Wachstumsprognose 2013 der Europäischen Zentralbank (EZB) für den Euroraum liegt derzeit bei -0,3 Prozent. Die Europäische Kommission geht von einem Miniplus in Höhe von 0,1 Prozent aus. Die Entwicklung an den Finanzmärkten, insbesondere der steile Anstieg der Aktienkurse, zeigt jedoch, dass mehr möglich ist.

Positive Rückkopplung

Durch die extrem und notfalls unbegrenzte Lockerungspolitik haben EZB und Fed offenbar eine positive Rückkopplungsschleife in Gang gesetzt. Unsicherheit und Angst weicht größerer Risikofreude und der Suche nach höheren Renditen. Banken nehmen einen Teil des Zentralbankgeldes, um es in die Realwirtschaft zu pumpen.

Für Unternehmen und private Haushalte wird es einfacher an Kredite zu kommen, mit denen sie Maschinen oder neue Autos kaufen. Dies wiederum erhöht die Nachfrage nach Stahl, was sich mit einer gewissen Verzögerung in Form von steigenden Stahlpreisen widerspiegeln dürfte. Darüber hinaus sprechen niedrigen Lagerbestände des Stahlmarktes für eine steigende Stahlpreisentwicklung.