19.02.13

Stahlpreis für Schrott und Warmwalz klafft

Während die Stahlpreise für warm gewalzten Stahl und Steel Billet sinken, geht es mit den Schrottpreisen nach oben. Stahlaltschrott verteuerte sich nach den Daten der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) von 222 Euro im Oktober auf 262,40 Euro im Januar (+18,2 Prozent) .

Die Aufwärtsbewegung der Schrottpreisentwicklung ist dabei nicht auf Deutschland begrenzt, das die wirtschaftliche Talsohle des Schlussquartals rasch hinter sich gelassen hat und sich derzeit auf Expansionskurs befindet. Auch auf europäischer Ebene können sich Schrotthändler über höhere Preise und größere Margen freuen.

Der durchschnittliche Stahlpreis für Shredderstahlschrott kletterte in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien von 268 auf 303 Euro (+13,1 Prozent), wie die europäische Stahlvereinigung EUROFER meldet. Im Bereich von Stahlneuschrott gab es seit dem dritten Quartal 2012 eine Zunahme von 275 auf 298 Euro (+8,4 Prozent). Abrissstahl erhöhte sich von 273 auf 305 Euro (+11,7 Prozent).

Die größten monatliche Zuwachsraten wurde von Oktober bis November erreicht. Ein Grund dafür dürfte in der Wechselkursentwicklung des Euros liegen. Im November notierte die Gemeinschaftswährung im Tief bei 1,27 US-Dollar (USD). Wegen des vergleichsweise schwachen Euros hielten sich Schrotthändler mit Einkäufen in den USA offenbar zurück.

Inzwischen steht der Eurokurs bei 1,34 USD. Am 1. Februar hatte die Einheitswährung einen Gegenwert von 1,37 USD. Durch die Aufwertung um zehn Cent (+7,9 Prozent) können Händler wieder kräftiger auf dem US-Markt zuschlagen. Vor diesem Hintergrund erscheint es plausibel, dass die Schrottpreise zwischen Dezember und Januar durchschnittlich lediglich um sechs bis acht Euro gestiegen sind.