20.03.13

Zypern-Krise ist Klotz am Bein der Stahlpreisentwicklung 2013

An der Londoner Metallbörse (LME) sinkt der Stahlpreis pro Tonne auf 205 Dollar (159 Euro). Die Stahlpreisentwicklung für die an der LME gehandelten Stahlknüppel-Kontrakte fällt auf ein Rekordtief. Die Zypern-Krise dürfte ihren Anteil haben. Es droht ein Aufflammen der Schuldenkrise, das am Ende der Kette das Wirtschaftswachstum und die Stahlkonjunktur negativ beeinflussen könnte.

Gerade hatte sich der Stahlpreis ein wenig erholt. Am Ende der vergangenen Woche notierte die Stahlpreisentwicklung bei 230 Dollar (177 Euro). Sodann wirbelten die Ergebnisse eines Brüsseler-Verhandlungsmarathon die Finanzmärkte durcheinander. Die Spareinlagen bei zyprischen Banken sollten abgegriffen werden.

Die Idee kam an den Finanzmärkten überhaupt nicht gut an. Der Kurs des Euros öffnete am Montag bei 1,29 Dollar. Am Freitag zuvor, als die Zypern-Krise noch nicht absehbar war, schloss die Gemeinschaftswährung bei 1,31 Dollar. Neben dem Eurokurs sinken die Aktienkurse und die Rohstoffnotierungen. Der Stahlpreis kann sich von dem Abwärtstrend nicht abkanzeln.

"Die politische Lage in Italien und das Hilfspaket für Zypern haben die Gefahr erhöht, dass sich die Schuldenkrise im Euroraum erneut verschärft. Dies hat offenbar dazu beigetragen, dass der Indikator in diesem Monat nicht deutlich zulegen konnte", berichtet das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) bei der Veröffentlichung der Konjunkturerwartungen für Deutschland.

Der an der Warenterminbörse in Chicago gehandelte Warmbreitband-Stahlkontrakt notiert momentan bei 609 Dollar nach einem Zwischenhoch bei 617 Dollar in der ersten Märzwoche. Die Stahlpreise für warm gewalzten Stahl sind weniger schwankungsanfällig als die der Londoner Stahlknüppel.