05.03.13

Stahlpreisentwicklung sinkt auf Rekordtief 162 €

An der Londoner Metallbörse (LME) notiert die Stahlpreisentwicklung so tief wie noch nie zuvor. Der Stahlpreis pro Tonne fällt auf 210 Dollar. Bei einem aktuellen Eurokurs von 1,30 Dollar kostet LME Steel Billet 162 Euro. Das entspricht in etwa einem Drittel des Preisniveaus des Sommers 2011. Vor eineinhalb Jahr kostete das Vorprodukt noch 690 Dollar bzw. 476 Euro.

Ursache der fallenden Stahlpreise ist China. Peking hat angekündigt gegen eine mögliche Blasenbildung am Immobilienmarkt vorzugehen. Man plant eine Zinserhöhung für Immobilienkredite. Außerdem sollen Immobilienkäufer zukünftig mehr Eigenkapital vorhalten. Verkäufer müssen sich auf eine Steuer in Höhe von 20 Prozent einstellen.

Rohstoffanalysten diagnostizieren eine nachlassende Bautätigkeit in China, was sich wiederum auf die Nachfrage nach Stahl und am Ende der Kette auf die Stahlpreise auswirke. Das an der Warenterminbörse in Shanghai gehandelte Betonstahl vergünstigte sich am Montag um drei Prozent auf 3.886 Yuan (479 Euro). Damit war Betonstahl (engl. Rebar) so billig wie noch nie in diesem Jahr.

Kaufgelegenheit

Unterdessen haben sich die Stahlpreise für Betonstahl in Shanghai ein weniger erholt. Der am meisten gehandelte Oktober-Kontrakt klettert auf 3.924 Yuan (484 Euro). China hält an seinem Wachstumsziel für dieses Jahr fest. Peking strebt weiterhin eine Erhöhung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 7,5 Prozent an, teilte die Regierung heute mit.

Einige chinesische Händler könnten den Preisverfall bei Betonstahl für Käufe nutzen, um sich auf die mit den milderen Temperaturen einhergehende kräftige Bautätigkeit im Reich der Mitte vorzubereiten.