10.04.13

Deutsche Rohstahlproduktion zermürbt Stahlkonjunktur

Die deutsche Rohstahlproduktion kommt nicht in Gang. Im ersten Quartal produzierten die Hüttenbetreiber in etwa genauso viel wie im Vorjahresquartal, teilte die Wirtschaftsvereinigung Stahl am Dienstag mit. "Euro-Schuldenkrise und hohe Rohstoffpreise verstärken die Unsicherheiten auf dem Stahlmarkt", sagte Verbandschef Hans Jürgen Kerkhoff auf der Hannover Messe.

Mit einem Aufschwung rechnet die Wirtschaftsvereinigung Stahl nicht. So prognostiziert man über das Gesamtjahr eine Rohstahlproduktion in Deutschland von 43 Milliarden Tonnen. 2012 waren es 42,7 Milliarden Tonnen. Im Jahr 2007, als die Stahlkonjunktur noch lief, erschmolzen die deutschen Hüttenbetreiber knapp 50 Millionen Tonnen Rohstahl.

Neben den sinkenden Stahlpreisen für Warmbreitband zeigen die Aktien der Stahlunternehmen, wie düster es der Branche derzeit geht. ThyssenKrupp und Salzgitter haben sich eine Rosskur verordnet. Sie wollen sich zu kleineren- und flexibleren Technologiekonzernen wandeln, ähnlich wie es der österreichische Hüttenbetreiber voestalpine bereits getan hat.

Obwohl die Kapazitätsauslastung der deutschen Stahlunternehmen mit 83 Prozent über dem internationalen Durchschnitt von 78 Prozent liegt, sehen sich die Konzerne gezwungen Arbeitsplätze abzubauen. Im Falle von ThyssenKrupp sollen 2.000 Stellen gestrichen werden. Auch Salzgitter wird um einen Abbau von Arbeitsplätzen nicht herum kommen.