02.04.13

Stahlpreisentwicklung für Lang-/Flacherzeugnisse kostet $720

Kapazitätsüberhänge dominieren im Frühjahr die Stahlpreisentwicklung 2013. Die internationalen Stahlpreise für Lang- und Flacherzeugnisse notierten im März durchschnittlich bei 720 Dollar pro Tonne. Das waren 16 Dollar weniger als im Februar. Verursacht die trübe Stahlkonjunktur die Kapazitätsüberhänge oder ist es umgekehrt?

Darüber lässt sich streiten. Fakt ist: Gäbe es weniger Stahlwerke auf der Welt, wären die Stahlpreise aktuell wohl höher. Zwar liegt Europas Konjunktur nach wie vor am Boden. Die robuste Wirtschaftstätigkeit der USA und China würde das aber wettmachen. Bei einer geringeren Anzahl von Stahlwerken gäbe es einen Nachfrageüberschuss, der nach den volkswirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten zu steigenden Stahlpreisen führen würde.

Stahlpreise Lang-/Flacherzeugnisss (Quelle: MEPS)

Von November 2012 bis Februar 2013 dominierte demzufolge die Nachfrage. Der von der Metallberatungsgesellschaft MEPS berechnete Stahlpreisindex kletterte von 711 auf 736 Dollar. Der Index gibt die durchschnittlichen Transaktionspreise für Lang- und Flacherzeugnisse in den USA, der EU und Asien wieder.

In der EU und Asien, wo Stahl nicht in US-Dollar bezahlt wird, werden die gültigen Wechselkurse vom Monatsbeginn genommen, um die Stahlpreisentwicklung auf den gemeinsamen Dollar-Nenner zu bringen.

Der April könnte für die Stahlpreisentwicklung ein Schlüsselmonat werden. Schafft es der Stahlpreis 736 Dollar zu überspringen, könnte man den Rücksetzer im März als einen Ausreißer betrachten. Die Aufwärtsbewegung würde sich fortsetzen. Sollten die Kapazitätsüberhänge dominieren, wäre die Stahlkonjunktur so schwach wie Ende 2012.